Montag, 20. April 2026

Jennen JS-30 Restauration

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27.05.2026

Der Jennen ging jetzt erstmal wieder zurück zu meinem Bekannten. Soweit hat alles funktioniert, nur Phono-Betrieb, mit MM-Systeme ist eine Kanalungleichheit aufgefallen. Ich hatte bisher meist mit AUX getestet. Was dann eigentlich auf einen Fehler in der ECC83 Eingangsstufe hindeutet.

Er hört sich das Ganze jetzt erstmal etwas an, schreibt zusammen was im noch so auffällt und dann muss man sich das Gerät halt nochmal anschauen.



22.05.2026

Netzteilelkos kamen wieder rein, u.a. weil die Werte außerhalb der Schaltung nochmals gemessen und für gut befunden wurden. Die 40 Euro für Ersatz kann sich mein Bekannter momentan sparen. Der Gitterspannungserzeugung der 2. Stufe der ECC83 wurde wieder auf das Original zurückgebaut (3,3 MOhm), um eine evtl. Einfluss auf den Rest der Schaltung auszuschließen. Da stecke ich nicht tief genug in den Schaltungsdetails. Beide Heizspannungen wurden mit Vorwiderständen an die 230V Netzspannung angepasst. Auch die Betriebs-Gleichspannung bekam einen Vorwiderstand. Der Schutzleiter wurde über einen 100 Ohm-Widerstand mit dem Chassis verbunden. Funktionen sind alle gegeben.


Mal schauen ob mein Bekannter das Gerät überhaupt behält, u.a. wegen dem Brummproblem. Rein aus historischer Sicht konnte man den bisherigen Aufwand rechtfertigen, mehr würde ich persönlich nicht mehr machen, u.a. weil auch schon ein Loch ins Chassis gebohrt wurde.




14.05.2026

Die Netzteilelkos kamen jetzt mal raus und dafür neue rein, mit einer zusätzlichen Siebstufe, um 1. die Differenz zwischen 220 auf 230V Netzspannung auszugleichen, aber auch um eine höhere Siebwirkung zu erzielen, um das Brummen evtl. reduzieren zu können. Hat aber nichts/nicht viel gebracht.

Die Eingangsempfindlichkeit war auch noch zu hoch, so das ich max. nur auf den 2. Strich des Lautstärkereglers stellen konnte (bei nur max. 0,7V Eingangsspannung aus dem Selbstbau-DAC). Hab der 2. Stufe der ECC83 einen Rk verpasst, anstatt der Schaltung über Gitteranlaufstrom mit einem 3,3 MOhm Widerstand. Funktioniert schon mal, aber so eine Schaltungsänderung könnte auch Rückwirkungen auf die Anderen Schaltungsteile haben.

Frequenzgang in "Tone" Neutralstellung hab ich auch mal gemacht, ca. 80-28.000Hz (-3dB). Tiefgang sieht anders aus, was u.a. an den Übertragern, aber auch am Pentodenbetrieb liegen könnte (was ich aktuell bei einem Versuch beim ECL805-Verstärker gesehen habe) obwohl eine Gegenkopplung vom 16 Ohm Übertragerausgang zurück auf die Eingangsstufe vorhanden ist.




11.05.2026

Der separate Spannungsteiler, um die Heizspannung höher zu legen hat nichts gebracht, auch ein Entbrummer-Poti nicht, dafür hat eine zusätzliche Siebstufe und etwas mehr Siebung den Brumm etwas reduziert. Vielleicht doch die alten Netzteilkondensatoren?

Auch hab ich mal die Spannungen bei 230V Netzspannung gemessen, insbesondere die Heizspannung. Die steigen sowohl für die Gleichrichter- als auch für die Verstärkerröhren auf bedenkliche 6,8xV. Das ist zu viel! Deswegen bekamen beide jetzt symmetrische Reihenwiderstände verpasst, um das Zuviel an 
Spannung zu reduzieren. 

Die Anoden- und Gitter-G2-Spannungen werde ich durch den Einbau einer weiteren Siebstufe reduzieren.



08.05.2026

Auch der "Function"-Schalter wurde getauscht (Funktion jedoch noch nicht getestet 😉). Hat aber am Brummproblem nichts geändert. Dann hab ich die beiden ECC83 Röhren gezogen, aber auch das half nichts. Werde jetzt mal versuchen die Heizspannung zu symmetrieren und evtl. auch versuchen einen separaten Spannungsteiler, um die Heizspannung damit höher zu legen, einzubauen und nicht diese "einseitig" Konstruktion an einem der Kathodenwiderstände der Endröhren. Auch liegt je eine ECL82 eines jeden Kanales direkt neben dem Netztrafo, nicht das da etwas einstreut?



07.05.2026

Der "Selector" Drehschalter wurde getauscht. Dabei wurde festgestellt, das bei einem Kanal der AUX- und der TUNER-Eingang am Drehschalter, an einem einzigen Kontakt zusammengelötet waren. Seltsam! Sicherheitshalber alles ausgemessen und richtig angeschlossen. Geht! Damit auch nochmal alle Schalter und Regler am Verstärker im Betrieb getestet. Funktioniert wie es soll. Brummen tut er links immer noch mehr wie rechts (vielleicht doch die Siebkapazitäten im Netzteil?).

Als Nächstes soll der "Function"-Schalter getauscht werden.



06.05.2026

Röhren abgeholt, gesteckt und funktioniert schon mal besser (keine Störungen auf dem Ausgangssignal, beide Kanäle liefer ein Ausgangssignal). Gleich mal an die Anlage angeschlossen, sowohl mit CD als auch mit Keramik-TA an den Eingängen (mit Keramik am "CER"-Eingang hört sich das sogar richtig Bassstark an). Der geht auch sehr laut. Ich komme kaum über die ersten beiden "Striche" (9 Uhr Stellung). Links hab ich noch einen Brumm und auch das linke Poti verhält sich komisch am Ende des Regelbereiches (Masseführung?). Da werde ich jetzt erst einmal die Eingangsröhren (ECC83) quertauschen und die Masseführung prüfen.

So sieht das momentan im Inneren aus. 

Bisher wurden nur 4 Koppelkondensatoren (Folientypen), 6 Widerstände, 3 kleine Elkos und die Cinchleitung von den Lautstärkereglern auf die Endstufe erneuert.

Amerikanische Sicherungen 6,3x32mm mit 1,25T sind unterwegs. In Absprache mit meinem Bekannten werde ich evtl. die Bohrung für die Kabeldurchführung etwas erweiteren, damit ich da eine anständige Zugentlastung reinbekomme. Momentan hab ich nur eine Gummitülle drinnen, das Netzkabel ist nur mit Kabelbindern am rausrutschen gehindert, aber verdrehen kann es sich.

Werde mich dann auch an den Austausch der Drehschalter wagen und nebenher den Schaltplan weiter vervollständigen. Im Rückblech hat ja jemand eine zusätzliches Loch gebohrt. Hab mir schon überlegt ob man hier vielleicht einen einstellbaren Last-Drahtwiderstand befestigen könnte, der das Zuviel an Netzspannung (230 anstatt 220V) vor dem Trafo wegnehmen könnte. Ansonsten befürchte ich werden Heiz- und Anodenspannungen zu hoch (oder halt die Spannungen einzeln reduzieren). Ansonsten muss ich halt nach dem Trafo, die einzelnen Spannungen reduzieren.

Nur nicht "hudeln"! 



04.05.2026

Ein weiterer (Anoden)Widerstand hatte keinen Widerstandswert mehr, weshalb sich auch keine Gittervorspannung, durch den Kathodenwiderstand ergab. Des Weiteren hab ich festgestellt, das eine der 4 russischen ECL82 einen Treffer hat, die, jenachdem wo sie steckt, entweder Störungen auf dem Sinusausgangssignal erzeugte oder einseitig kein Signal an die Gegentaktendstufe ausgab. Da muss ich mir jetzt erst einmal die mitgelieferten Röhren von meinem Bekannten holen.



29.04.2026

Bis auf die Drehschalter wurden die gelieferten Bauteile eingebaut und ich hab mich getraut das Gerät auch schon einzuschalten und 1.Messungen zu machen. Spannung war durch den Stelltrafo "etwas reduziert", so das zumindest nicht gleich 230V anliegen.

"Abgeraucht" ist zumindest nichts 😉. Aus dem einen Kanal kam auch schon ein Signal raus, zwar noch etwas verformt, aber immerhin. Jetzt geht es an die Fehlersuche. Dazu werde ich den RIAA und die ganze Umschalt-, Klang- und Lautstärkeregelung erstmal umgehen und direkt ein Signal auf die Eingänge der Endstufen legen.



27.04.2026

Weitere Bauteile sind eingetroffen. Hier mit den neuen Lautsprecherbuchsen (die schwarz/roten). Wichtig dabei war, das die Bohrungen beibehalten werden konnten.





20.04.2026

Ein Bekannter hat sich einen Jennen JS-30 Röhrenverstärker gekauft, aus den 1960iger Jahren. Hab ihm angeboten, beim Aufarbeiten zu helfen.

Klassisch schön sieht er ja aus.

[Bild: Jennen-Electronics-JS-30.jpg]

DIN- und Cinchbuchsen für die Eingänge, Bananen- und Lautsprecherbuchsen für die Ausgänge. Lautsprecherimpedanz ist von außen einstellbar. Das erspart nerviges öffen und umlöten.

 

 

Neben den 1. Überprüfungen was mechanischen Aufbau, Bauteile und Kontaktierung angeht ist aufgefallen, dass das Gerät nicht mehr ganz original ist. Auf der Rückseite ist min. 1 Bohrungen nachträglich gemacht worden und es fehlen 2 Lautsprecherbuchsen. Im Inneren fiel sofort der rote Kondensator auf, der zwar den richtigen Wert hat, aber gegenüber dem grauen Original deutlich zu groß ist. Leider wurde der in diesem Zusammenhang mit getauschte Widerstand von ursprünglich 500 kOhm, auf 680 kOhm erhöht. An dieser Stelle (einer der Gitterableitwiderstände der Gegentaktendstufe) nicht all zu kritisch. Musste wegen fehlender Bauteile auch erstmal einseitig, aber kanalgleich, tauschen. Damit stimmen zumindest schon mal die Werte wieder.

Die Kapazitätswerte der Elektrolytkondensatoren passen (zeigen gar höhere Wert an), bis auf einen und der ist gerade für die Überbrückung des Kathodenwiderstandes im RIAA-Bereich zuständig, der deutlich zu wenig zeigt. Da hab ich aber was für 1. Versuche rumliegen.

Passenden Ersatz für die Mehrfacherlkos, im Netzteil, bekommt man sogar noch neu nachzukaufen. Potis wurden vorsichtshalber mit Kontakt-Chemie Oxidreiniger "gespült" und durchbewegt. Aber selbst die Potis würde man in den Werten, passend für die vorhandene Bohrung, noch bekommen.

Beim rauszeichnen des Schaltplanes fallen immer wieder mal "Besonderheiten" auf, die ich bisher so nicht kannte. So z.B. wird der Mittelpunkt der Heizung für die Verstärkerröhren (3,15-0-3,15V) nur an einem Kanal auf den gemeinsamen Kathodenwiderstand der Endröhren gelegt und soll scheinbar das Heizungspotential um die Spannung die über dem Kathodenwiderstand abfällt erhöhen. Vielleicht bau ich dafür einen separaten Spannungsteiler ein, einfach damit beide Kanäle "gleich" arbeiten? Anderseits will ich die Originalität nicht zu sehr verändern. 

Auf die "Verschaltung" von "Tone" und "Function" bin ich auch schon gespannt 😉. Die kanalgetrennte "Klangwaage" (Tone) ist u.a. irgendwie mit der RIAA-Schaltung verbandelt, aber auch mit dem Eingangswahlschalter "Selector" und auch noch mit dem "Function"-Schalter, der es u.a. ermöglicht die Phase zu drehen und/oder auf Mono zu stellen. Das muss ich mir nochmal genauer anschauen. Und dann wäre da auch noch die kanalgetrennten Lauststärkeregler "Gain".

Auch hat der Verstärker 2 Tonabnehmer-Eingänge (nicht schaltbar), einer für "Mag" (MM-TAs) und einer für "Cer" (Kristall- oder Keramik-TAs). Hab jetzt schon Schaltungen im WWW gesehen, wo der "Cer"-Eingang nur mit einem kleinen Kondensator (ca. 100pf) mit dem"Mag"-Eingang verbunden ist, andere hingegen eine s.g."Velocity"-Schaltung verwenden (RC-Netzwerk), wie es z.B. die Fa. Sonotone bei ihren Systemen 9TA und 9TAHC angab. Ein Kristall- oder Keramik-TA benötigt, wenn man ihn "artgerecht" anschließt eigentlich keinen Entzerrervorverstärker (RIAA), aber durch diese Schaltungstricks, werden diese niederohmiger belastet, was schon mal ihren Ausgangspegel reduziert, aber gleichzeitig auch "verzerrt" werden, so das man diese wieder an einem RIAA-Vorverstärker betreiben kann. 

Das Zeigerinstrument an der Front hat die Aufschrift "Balance" und wird über eine Dioden-Widerstandsmatrix, die von jedem 16 Ohm Lautsprecheranschluss kommt (so wie auch die Gegenkopplung) und anschließend über einen Widerstand zusammengeführt an das Instrument geleitet wird. Diese misst wahrscheinlich die Ausgangsspannung, die wenn kanalgleich, die Anzeige in Mittelstellung bringen dürfte? Die hier verwendeten Dioden, so schwarz wie die sind und auch die Form, dürften Germanium-Typen sein. Die einzigen "Halbleiter" in diesem Gerät 😉.

Diese Schicht aus Staub und Fett ist ganz schön hartnäckig. An der Frontplatte hat sich eine angelötete Lötleiste gelöst und hat mit der Zeit einen hässlichen Rostfleck hinterlassen. Denke nicht das ich die so einfach angelötet bekomme. Wäre auch nicht wichtig, da sie keine Masseverbindung darstellt. Müsste halt nur "fixiert" und "isoliert" werden, damit sie nicht irgendwo Kontakt bekommt.

Die 2-polige Netzleitung wurde gegen eine mit Schutzleiter getauscht, um das Metallgehäuse zu erden. Dauert noch ein bischen bis die Lautsprecherbuchsen (wahrscheinlich kommen die aus China) kommen.

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