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20.04.2026
Ein Bekannter hat sich einen Jennen JS-30 Röhrenverstärker gekauft, aus den 1960iger Jahren. Hab ihm gesagt, das ich ihm beim Aufarbeiten helfe.
Und so sieht der aus
![[Bild: Jennen-Electronics-JS-30.jpg]](https://i.postimg.cc/nrLt8FtD/Jennen-Electronics-JS-30.jpg)
Neben den 1. Überprüfungen was Schaltplan, Bauteile und Kontaktierung angeht ist aufgefallen, dass das Gertät nicht mehr ganz original ist. Auf der Rückseite sind 2 Bohrungen zu viel und es fehlen 2 Lautsprecherbuchsen. Im Inneren fiel sofort der rote Kondensator auf, der zwar den richtigen Wert hat, aber gegenüber dem grauen Original deutlich zu groß ist. Leider wurde der in diesem Zusammenhang mit getauschte Widerstand von ursprünglich 500 kOhm, auf 680 kOhm erhöht. An dieser Stelle (Ansteurung der Gegentaktendstufe) nicht all zu kritisch, aber ich hätte min. einen Kanal, besser kanalgleich getauscht.
Musste aber wegen fehlender Bauteilen auch erstmal einseitig, bei jedem Kanal, tauschen. Damit stimmen zumindest schon mal die Werte wieder, auch wenn es andere Bauteile sind.
Hier und da war ein Bauteil oder Kabel einseitig nicht mehr angelötet. Die Kapazitätswerte der Elektrolyt-kondensatoren passen (zeigen gar höhere Wert an), bis auf einen, gerade für den Kathodenspannungs-erzeugung im RIAA-Bereich. Da hab ich aber was für 1. Versuche rumliegen.
Passenden Ersatz für die Mehrfacherlkos, im Netzteil, bekommt man sogar noch neu nachzukaufen. Potis wurden vorsichtshalber mit Kontakt-Chemie Oxidreiniger "gespült" und durchbewegt. Aber selbst die Potis würde man in den Werten, passend für die vorhandene Bohrung, noch bekommen.
Beim rauszeichnen des Schaltplanes fallen immer wieder mal "Besonderheiten" auf, die ich bisher nicht kannte. So z.B. wird der Mittelpunkt der Heizung für die Röhren (3,15-0-3,15V) nur an einem Kanal auf den gemeinsamen Kathodenwiderstand der Endröhren gelegt und soll scheinbar das Heizungspotential um die Spannung die über dem Kathodenwiderstand abfällt erhöhen. Vielleicht bau ich dafür einen separaten Spannungsteiler ein, einfach damit beide Kanäle "gleich" arbeiten? Anderseits will ich die Originalität nicht zu sehr verändern. Auf die "Verschaltung" von "Tone" und "Function" bin ich auch schon gespannt.
Auch hat der Verstärker 2 Tonabnehmer-Eingänge, einer für "Mag" (MM-TAs) und einer für "Cer" (Kristall- oder Keramik-TAs). Hab jetzt schon Schaltungen im WWW gesehen, die die Eingänge nur durch einen kleinen Kondensator miteinander verbinden, andere hingegen eine s.g."Velocity"-Schaltung, wie es z.B. die Fa. Sonotone bei ihren Systemen 9TA und 9TAHC angab.
1. Reinigungsarbeiten, Bauteile tauschen und ggf. lose wieder anlöten sind erfolgt. Weitere Teile müssen erst nachbestellt werden.
Das Zeigerinstrument an der Front hat die Aufschrift "Balance" und geht vom 16 Ohm Lautsprecheranschluss (so wie auch die Gegenkopplung), eines jeden Kanaesl, über eine Dioden-Widerstandsmatrix an das Instrument und misst wahrscheinlich die Ausgangsspannung, die wenn gleich, die Anzeige in Mittelstellung bringen dürfte. Die hier verwendeten Dioden, so schwarz wie die sind und auch die Form, dürften Germanium-Typen sein.
Diese Schicht aus Staub und Fett ist ganz schön hartnäckig. An der Frontplatte hat sich eine angelötete Lötleiste gelöst und hat mit der Zeit einen hässlichen Rostfleck hinterlassen. Denke nicht das ich die so einfach angelötet bekomme. Wäre auch nicht wichtig, da sie keine Masseverbindung darstellt. Müsste halt nur "fixiert" und "isoliert" werden, damit sie nicht irgendwo Kontakt bekommt.
Die kanalgetrennte "Klangwaage" (Tone) ist u.a. irgendwie mit der RIAA-Schaltung verbandelt, aber auch mit dem EIngangswahlschalter "Selector", abert auch noch mit dem "Function"-Schalter, der es u.a. ermöglicht die Phase zu drehen und/oder auf Mono zu stellen. Das muss ich mir nochmal genauer anschauen. Und dann wäre da auch noch die kanalgetrennten Lauststärkeregler "Gain".
Eigentlich müsste ich jetzt nur noch den 100µf Kondensator, der zusammen mit einem 1 kOhm Widerstand die Gittervorspannung für beide Kanäle der RIAA-Eingangsstufen bereitstellt tauschen, um einen 1. Einschaltversuch zu wagen.
Vorher werde ich aber noch die 2-polige Netzleitung tauschen und gegen eine mit Schutzleiter tauschen, um das Metallgehäuse zu erden.
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