Freitag, 22. November 2013

Line-Vorverstärker (passiv mit Übertragern, aktiv mit Röhren, Netz- und Akkubetrieb)

"Passiv" könnte man einen Line-Vorverstärker auch einfach nur mit einem Lautstärkeregler / -steller aufbauen, der hat aber dann keine Verstärkung.

Dann würde es da die Möglichkeit mit einem TVC (Transformer Volume Control) geben. Im Prinzip ein Übertrager mit mehreren Anzapfungen. Hier gibt es eine "günstige" Möglichkeit, s.g. Autoformer oder Spartransformatoren, die aber keine galvanische Trennung haben und das Signal auch nicht anheben können oder eben die angeblich "bessere" Lösung, einen richtigen Übertrager den es dann auch mit Signalanhebung gibt.

Oder man kann, so wie ich es getan habe, einen "normalen", natürlich für diese Zwecke geeigneten Übertrager nehmen und einfach einen Lautstärkeregler / -steller nachschalten.

Mir reichen 3 umschaltbare Eingänge. Bei den Übertragern hab ich mich für Typen entschieden, die das Eingangssignal um 1:2 oder 1:4 anheben können, da ich ja u.a. meine "1-Röhren-Endstufen", die teilweise etwas höhere Eingangsspannungen benötigen, direkt betreiben möchte. Anschließend eben die kanalgetrennte Lautstärkeregelung.

Zusätzlich hab ich noch die Möglichkeit eingebaut, das Ausgangssignal, mit einem Schalter, um 180° zu drehen. Bei den 1-Röhren-Endstufen wird nämlich das Eingangssignal zum Ausgang um 180° gedreht. Mit der Umschaltung paßt das dann wieder.







Eine kleine Änderung gab es nochmal.

Nachdem die aktive Variante mit Röhren und Akku-Betrieb, auf den 2. Höreindruck vielleicht doch nicht so eindeutig ausfiel, bin ich wieder auf die Übertragerlösung zurückgegangen.

Ich hab das Ganze jetzt nur noch mal minimalistischer aufgebaut, soll bedeuten das es jetzt nur noch zwei schaltbare Eingänge gibt, nur noch einen Ausgang, keine externe Möglichkeit mehr die Phase (0°/180°) umzuschalten (den selbst mit "falscher" Phasenlage konnte ich keine klanglichen Unterschiede ausmachen), auch die Verstärkung ist nun fest auf 1:4 verdrahtet und anstatt der Kohleschichtpotis hab ich die Stepper verbaut. Das Gehäuse wurde auch etwas kleiner.

Und so sieht das jetzt aus







Bisher hatte das eigentlich ganz gut funktioniert, mit dem passiven Vorverstärker mit Übertragern. Jetzt noch einen LINE-Vorverstärker mit Röhren zu bauen, wollte ich eigentlich vermeiden (keep it simple !).

Aktiv mit Röhren (Akku-Betrieb)

Aber da ich bereits beim aktiven MC-VorVorverstärke mit Röhren einen deutlichen Dynamigewin venehmn konnte und im Zuge meiner Überlegungen, die "1-Röhren-Endstufen" auf Akkubetrieb umzurüsten, ist mir auch wieder ins Gedächtnis gekommen, dass es ja da auch noch einen interessanten Vorschlag für einen RIAA- und Line-Vorverstärker mit Akkus (24V) gibt. Die vorgeschlagenen Röhren allerdings, die E188CC, sind so gut wie nicht mehr erhältlich und wenn, dann nur extrem teuer (hab bei einem großen Auktionshaus ein gematches Paar schon für 785 Euro gesehen - verrückt !). Ich wollte dennoch mein Glück versuchen, mit der kompatiblen 6922 oder E88CC.

Und so sieht das aus
 



Die Erfahrungen, die ich bei der E55L mit Akkus gemacht hatte, das die Röhren nicht für Serienheizung geeignet sind, hab ich natürlich gleich als 1. überprüft. "Leider" sind auch die 6922, E88CC oder auch die E188CC nicht für Serienheizung geeignet. Seltsam ist nur, das ich bereits den "Moving Coil VorVorverstärker, aktiv mit Röhren" erfolgreich mit Serienheizung betreibe.

Wieso funktioniert das hier ?

Vielleicht liegt es ja daran, das die Röhren in SRPP-Schaltung eingesetzt werden und / oder daran, das Betriebs- und Heizspannung den gleichen "-" Punkt haben ?

Ich hab mich zwischenzeitlich auch noch kurz mit dem Thema "Lautstärkeregler / -steller" beschäftigt (s. Post "Überlegungen zur Lautstärkeregelung"). Letztendlich hab ich mich bei diesem Projet für kanalgetrennte Mono-Stepper entschieden.

Man darf sich beim Drehbereich des Lautstärkesteller, mit 23 Schaltstellungen, nicht "optisch" täuschen lassen. Die haben nicht nur einen Drehbereich von ca. 270°, wie normale Potis, sondern ca. 340°.

Laut genug geht er jedenfalls.

Die anfänglich "eingebildeten" klanglichen Unterschiede fand ich letztendlich doch nicht mehr so groß und der Aufwand dafür nicht gerechtfertigt.

Bin hier jetzt erst einmal wieder zurück auf die Übertragerlösung - keep it simple - mit "Steppern" und auch die Endstufen hängen wieder an einem "normalen" Netzteil und nicht mehr an einer Akku-Versorgung. 

Klingen tut es aber immer noch unverschämt gut.

Von den Steppern bin ich jetzt auch wieder abgekommen. Es geht doch nichts über das gute, alte Kohleschichtpoti.

Moving Coil VorVorverstärker (passiv mit Übertragern, aktiv mit Röhren und Halbleitern, Netz- und Batterie-/Akkubetrieb)

 
Da ich seit einiger Zeit, zu meiner vollsten Zufriedenheit, von MM (moving magnet) Tonabnehmersysteme auf MC (moving coil) umgestiegen bin, namendlich auf das Denon DL103, musste ich mich auch mit dem Thema VorVorverstärkung auseinandersetzen, da die meisten MC-Systeme wesentlich geringere Ausgangsspannungen liefern, als MM's.

Mein erster Gedanke war es, weil ich ja alles immer so einfach wie möglich halten möchte, einen Übertrager zu verwenden. Kommerzielle Übertrager-Lösungen waren mir aber für meine ersten Versuche zu teuer.

Einem Hersteller oder Händler zu vertrauen, fällt mir "erfahrungsgemäß" schwer, also musste ich mich selbst, in den unendlichen Weiten des WWW's auf die Suche machen.

Hier stieß ich nach einiger Zeit auf die Aussage, das man für diese Zwecke auch "ältere" Mikrofonübertrager verwenden könnte. Hab mir dann aus all den Erfahrungen und Tipps mal zwei interessante Kandidaten herausgepickt und versucht diese, nach und nach, in einem großen Online-Auktionshaus zu ersteigern.

Zwei, um auch klangliche Unterschiede herausfinden zu können. Die da waren der "BeyerDynamic TR/BV 3510 015 006" und der "Perless Altec 4722", wobei ich nur Letzteren behalten habe, weil er mir klanglich einfach noch ein bisschen besser gefiel (s. Bild ganz oben, 2. von rechts).

Hier ein Blick ins Innere



Aber bekanntlich ist das Bessere der Feind des Guten und der Mensch ist selten lange zufrieden !

Ich bin bei meiner Suche nach "aktiven" Alternativen schon öfters über den Hiraga MC PrePre gestolpert, hatte ihn aber wegen der Verwendung von Halbleitern nicht weiter beachtet. Als ich aber dann auch noch von meinen HiFi-Stammtisch-Kollegen, durch die Bank positives gehört hatte, wollte ich es dann doch mal ausprobieren. Also "schnell" mal eine Versuchsschaltung aufgebaut (und bloß keine Elektrolytkondensatoren verwenden !). 

Von einigen Anfangsschwierigkeiten mal abgesehen und der Tatsache das mit Folienkondensatoren, bei begrenztem Platzangebot, einfach keine ausreichende Siebwirkung hinzubekommen ist (soll bedeuten, das ich die Schaltung einfach nicht völlig störungsfrei bekommen habe), wirklich das Beste was ich bisher gehört hatte, aber der notwendige 0-Abgleich des Eingangs (weil sonst zu "hohe" Ströme durch das MC-System fließen könnten) hat mich letztendlich davon abgehalten die Schaltung einzusetzen. Wahrscheinlich wird sich der Nullpunkt, einmal eingestellt, nicht mehr großartig verstellen, aber irgendwie auch keine wirklich saubere Lösung für mich.

Jetzt wollte ich es aber wissen ! 

Gibt es vielleicht sogar eine "aktive" Lösung mit Röhren ? Und tatsächlich ! 

Es gab zwar bis zur "endgültigen" Version wieder einige "Fehlversuche" oder anders gesagt, ich habe Erfahrungen gesammelt, bin aber jetzt durchaus zufrieden (s. Bild ganz oben, 2. von links).



Rauschen ist zwar hörbar, aber wenn ich die Nadel auf die Platte setze, rauscht es noch mehr. Für mich ein Zeichen, dass das Rauschen der Schaltung niedriger ist als das von der Platte (oder sollte ich vielleicht meine Platten mal wieder sauber machen ?). Vom Klang her sehr schön und auch dynamischer als die Übertragerlösung. Das Ganze läuft mit einem 12V Akku, der sowohl die Betriebs- als auch die Heizspannung bereitstellt. Super Sache, finde ich !

Eigentlich war ja die Schaltung für je eine ECC86 gedacht (diese sind sogar speziell für 12V Betrieb entwickelt worden), aber damit klang das Ganze sowas von "dumpf". Entweder hab ich was an den Ohren, die Dinger müssten sich erst noch einspielen oder das funktioniert damit einfach nicht. Ich hab dann mal "spaßhalber" E88CC's reingesteckt, die ich auch schon in anderen Batterieprojekten gesehen hatte und siehe da, da ging mit einem Male die Sonne auf. Schnell mal die Arbeitspunkte nachgemessen - kaum Unterschiede. Paßt ! Letztendlich hab ich aber dann doch noch andere Röhren, die kompatiblen 6922, eingesetzt, die meiner Meinung nach sogar noch etwas weniger rauschen (ist aber wahrscheinlich eher Zufall).

Ich hab mich, nach meinem erfolgreichen Versuch mit dem Röhren-MC, auch nochmal an den Hiraga MC Pre erinnert und mich gefragt ob es nicht doch eine "Transistor-Lösung" geben könnte, die man nicht "abgleichen" muß ?

Es gibt sie !



Nennt sich "LePacific" (s. Bild ganz oben, links) und stammt ebenfalls aus der Feder von "Hiraga". Ein einziger FET-Transistor pro Kanal, ein paar Widerstände und Kondensatoren und fertig ist das Ganze. Kein 0-Abgleich, kaum Rauschen und sehr dynamisch. Es fließen nur geringe Ströme und so dürften 8xAA-Batterien für einen langen Betrieb ausreichen.

Ich hab dann auch nochmal einen Versuch mit einem günstigen Übertrager gestartet (s. Bild ganz oben, rechts), dem Pikatron ÜP 3096. Im Schnellversuch schnitt dieser nicht wirklich "schlechter" ab und das für relativ kleines Geld ! Was braucht man eigentlich mehr ?



So, jetzt reicht es mit MC-VorVorverstärkern !

Hören tue ich momentan wieder mit den Übertragerlösungen (warum komm ich immer wieder darauf zurück ?).

Röhren-Endstufe mit der EC86 / 1626 "Darling"

Endstufe "Darling"







mit der EC86 (Triode) als Treiberröhre und der 1626 (Triode) als Endröhre. Bringt satte 0,75 Watt pro Kanal. Sie lesen schon richtig ! Mehr braucht es fast nicht, um an den "passenden" Lautsprechern (zimmer-) laut Musik hören zu können.

18.11.2014

Die Endstufe wurde mittlerweile verkauft !

Röhren-Endstufe mit der EC86 / EL82 "Wilimzig"

Endstufe nach "Wilimzig"






Wieder mit der EC86 (Triode) als Treiberröhre, aber als Endröhre diesmal die EL82 (Pentode als Triode geschaltet). Bringt ca. 0,5 Watt.

Montag, 24. Juni 2013

Überlegungen zur Lautstärkeregelung

Da gibt es immer noch den guten, alten Drehwiderstand, entweder mit "Kohle" als Widerstandsschicht oder neuzeitlich mit Leitplastik.

Dann gib es in Stufen geschaltete Lautstärkesteller (damit meine ich keine Drehwiderstände mit Rastungen), auch Stepper genannt, bei denen entweder Widerstände in Reihe (Serie) geschaltet werden oder solche die das Prinzip der Ladder-Schaltung, wo immer nur zwei Widerstände einen Spannungsteiler bilden, nutzen.

Dann  TVC's (transformator volume control). Im Prinzip Übertrager die "einfach" mehrere Anzapfungen haben. Da gibt es die s.g. Sparübertrager, auch Autotransformatoren genannt, die keine galvanische Trennung haben und eben "normale", so mit primärer und sekundärer Wicklung. Letztere gibt es sogar mit Pegelanhebung.

Erst kürzlich hab ich von der "Shunt-Schaltung" gelesen. Hierbei wird ein fixer Widerstand, der auch als einziger im Signalweg liegt (sollte dann vielleicht ein hochwertiger sein), mit einem Poti, das aber nur noch als veränderbarer Widerstand (gegen Masse) dient, kombiniert. Es gibt aber auch die Kombination Shunt / Stepper, bei dem dann nur noch ein weiterer, fester Widerstand hinzugeschaltet wird. In beiden Fällen bilden Festwiderstand und "veränderbarer" Widerstand zusammen wieder einen Spannungsteiler.

Ach ja, da gibt es ja noch die Möglichkeit die Lautstärke über Relais zu schalten, aber ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. So eine Art "Widerstandsmatrix", welche sogar noch mehr Schaltstufen ermöglicht als "superteuere" Stepper, wie z.B. die von TKD, mit ihren 41 Stufen, aber zum Ansteuern der Matrix braucht man halt dann wieder zusätzliche Elektronik.

Momentan hab ich bei mir kanalgetrennte blaue Stereo-Alps-Potis verbaut. Damit spar ich mir schon mal den Balanceregler, kann aber auch aufnahme- und schaltungsbedingte Kanalungleichheiten "ausregeln", auch solche, die durch Widerstandstoleranzen der Potis entstehen.

Warum macht man das eigentlich nicht grundsätzlich so, mit zwei Mono-Lautstärkereglern ?

Haben die Leute keine Lust an zwei Reglern zu drehen (wenn es einen Balanceregler gibt, dann sind es ja auch wieder zwei ?). Gut, zwei Mono-Potis sind meist teurer als ein Stereo (aber ein Stereopoti und ein Balanceregler sind auch nicht billiger ?). Haben sie vielleicht gar die Befürchtung das "Stereoabbild" zu verstellen oder gibt es da noch andere Gründe, die mir momentan nicht in den Sinn kommen wollen ?

Ich hatte schon "Datenträger" (glaube es war eine Schallplatte), da hat sich das ganze "Geschehen" mehr oder weniger nur auf einem Kanal abgespielt. Will damit sagen, das ein Kanal einfach "unnatürlich" lauter war als der andere (und nein, es lag nicht an der "Elektronik" !). Kann mir nicht vorstellen, dass das o.k. gewesen sein soll ? Ich hab jedenfalls "nachgestellt", bis es "mir" gepasst hat. So hat man es sich zumindest halbwegs anhören können (sollte aber eh die Ausnahme sein !).

Ein kurzer Einwurf:

bei meinen DAC-Experimenten mit dem TDA1545A hatte ich u.a. versucht, das I2S-Signal vom Wave-Player über einen "I2S- / EIAJ-Wandler" direkt (digital) auf den DAC-Chip zu führen, um u.a. den Receiverbaustein weglassen zu können, aber auch um klangliche Unterschiede herauszufinden. Ich hatte da ein fertiges Wandler-Modul und einen Eigenbau zur Verfügung. Bei den 1. Vergleichen zwischen dem im CD-Palyer eingebautem DAC (TDA1541) und meinem Eigenbau mit dem fertigen
I2S- / EIAJ-Wandler, viel mir bei einem bekanntem Lied auf, bei dem zu Beginn eine Gitarre spielt, das diese aus dem linken anstatt dem rechten Kanal zu hören war. Hab natürlich gleich an einen Verdrahtungsfehler meinerseits gedacht, aber das war nicht der Fall. Zum Vergleich hatte ich ja noch den Eigenbau, mit dem es seltsamerweise wieder "kanalrichtig" dargestellt wurde. Was lief falsch ? Ich fragte Kollegen vom Stammtisch, die dieses Fertigmodul ebenfalls im Einsatz hatten, ob sie derartiges evtl. schon festgestellt hätten, was aber nicht der Fall zu seien schien. Selbst den Hersteller dieses Modules hatte ich gefragt, aber der sagte nur, das dies sehr unwahrscheinlich sei, es hätten sich ja sonst schon viel mehr Leute gemeldet. Wenn ich das Datenblatt vom TDA1545A richtig interpretiere, dann gibt es Eingangs- und Ausgangsregister, jeweils für linken und rechten Kanal. Mit dem WS (word select) Signal wird mitgeteilt ob es sich um Daten des linken (high) oder des rechten (low) Kanals handelt und wenn ich die Schaltung für den Umsetzer von I2S auf EIAJ richtig verstehe, dann wird hier u.a. verzögert und invertiert. Kann es sein, dass das Fertigmodul doch irgendwo einen "Dreher" drinnen hat ? Ich müßte hierzu erst, meine im Prinzip nicht vorhandenen Digitalkenntnisse reaktivieren und mit dem Oszi versuchen die Signalpegel zu verfolgen. Dazu hab ich aber ehrlich gesagt keine Lust ! Das Thema hat sich auch mittlerweile, mit der Anschaffung einer SBT (Squeeze Box Touch), eh erledigt, aber ich hab das immer noch im Hinterkopf.

Lange Rede kurzer Sinn ! Was ich eigentlich damit sagen will ist, das nicht einmal eine Vertauschung der Stereokanäle auffallen muß. Weiterhin wird angenommen, das "Datenträger" immer korrekt aufgenommen wurden und, was ich im Zusammenhang mit meinen "1-Röhren-Endstufen" festgestellt habe, das sich selbst Phasendrehungen von 180° nicht "klangmindernd" auswirken. 

Um was geht es nochmal beim Thema Lautstärkeregler ? Um ein bisschen Widerstand ? Im Gegensatz zu o.g. Vorkommnissen, finde ich die Diskussion über den "besten" Lautstärkeregler ein bisschen übertrieben !

Zurück zum eigentlichen Thema.

Selbst verwende ich, wegen meiner "1-Röhren-Endstufen", Übertrager zur Signalanhebung und da soll man lt. Hersteller darauf achten, das diese einen gleichbleibenden, nicht zu hohen (50kOhm ist noch o.k.), Abschlußwiderstand sehen, damit sie ihre "Qualitäten" (Frequenzgang, Klirrfaktor) voll ausspielen können.

Geht es um eine "gleichbleibende" Ausgangsimpedanz, dann fallen schon mal die "Shunt"-Regler/-Steller weg, weil deren Widerstandswert je nach Stellung variiert  (den Gesamtwiderstand bilden immer der feste und der "varibale" Widerstand) und, was ich bisher noch gar nicht so registriert hatte, es tritt bei diesem Prinzip, bei voller Lautstärke, eine "Ausgangsspannungshalbierung" ein, weil immer ein Teil an dem festen Widerstand abfällt.

Heutige Vorverstärker liefern wahrscheinlich locker 10V und mehr Ausgangsspannung und das bei einem sehr niedrigem Ausgangswiderstand, da mag das alles kein Problem sein, aber mit einem Übertrager und dann noch einem höheren Eingangsspannungsbedarf der Endstufen, hab ich mich halt an gewisse "Vorgaben" zu halten.

Keine Rose ohne Dornen !

Bleiben bei den "widerstandsbasierenden" Reglern nur noch die "Stepper" mit Serienwiderständen und die in "Ladder"-Schaltung übrig. Hier sieht die Quelle (in meinem Fall der Übertrager) zumindest einen "gleichbleibenden" Widerstandswert.

Die mit Serienwiderständen sollen aber den "kleinen" Nachteil haben, das sich die "Eigenheiten" eines Widerstandes, z.B. das Rauschen, mit der Anzahl der Widerstände aufaddiert (je nach Lautstärke sind eine gewisse Menge an Widerständen, sowohl im Signalweg als auch gegen Masse), aber wahrscheinlich, je nach verwendetem Widerstand, wird das immer noch besser sein als ein Kohleschichtpoti (Leitplastik könnte hier vielleicht besser sein ?). Bei der Ladder-Schaltung hingegen sind es immer nur zwei Widerstände die einen Spannungsteiler bilden. Dafür benötigt man aber dann doppelt so viele Widerstände und der Schalter auch doppelt so viele Kontakte wie der Serien-Stepper.

Bei den TVC's haben mich bisher, die "negativen" Erfahrungen mit diesem teuren 300B-Röhrenvollverstärker-Bausatze abgehalten (s. Post "Gibt es tatsächlich immer Besseres ?"), aber auch der Preis. Wenn man allerdings die Stepper namhafter Hersteller, wie "Elna" oder "Dact" anschaut, dann bin ich da schon fast genauso teuer wie ein "günstiger" TVC.

Dann die Frage, ob 23 Schaltstufen ausreichend sind, die Lautstärke "fein" genug einzustellen (Kanalungleichheiten) oder doch gleich 36 oder gar 41 ? Alles nur eine Frage des Geldes !

"Besser" als meine derzeitige Lösung, finde ich jetzt keine (zumindest preislich nicht). Um jetzt überhaupt mal "mitreden" zu können, hab ich mir zwei Mono "Stepper", á 23 Schaltstufen in "Ladder"-Schaltung (glaube sogar mit Dale-Widerständen bestückt), aus Hong Kong bestellt. Mal schauen was das wird ?

Da fällt mir gerade ein, das ich beim "Aktivieren" des MC-VorVorverstärkers (vorher Übertrager, nachher Röhre oder FET-Transistor), einen "hörbaren" Dynamikgewinn vernommen habe. Vielleicht nehme ich mir doch noch mal einen aktiven Line-Vorverstärker vor ? Da gibt es eine interessante Akku-Version mit Röhren, genauso wie einen RIAA-Vorverstärker. Wenn ich eh schon die Endstufe auf Akku umbaue, dann kann ich doch gleich ......... ? Mal schauen.

Die Lautstärkesteller sind mittlerweile eingetroffen



Jetzt stellt sich für mich die Frage, den bestehenden Vorverstärker umzubauen oder gleich in die "aktive" Variante einzubauen ? Dann wiederum kann ich aber keine aussagekräftigen, klanglichen Vergleiche anstellen.

Das "derzeitige" Ende vom Lied ist, Stepper wieder raus, u.a. weil selbst 23 Stufen noch zu wenig Kanalungleichheiten ausgleichen können, und die guten, alten Alps Kohlepotis wieder rein. Basta !

Sonntag, 23. Juni 2013

Kopfhörer-Röhrenverstärker (mit und ohne Übertrager)

Hätte ich beinahe vergessen, weil zu selten benutzt, einen OTL-Kopfhörerverstärker mit der c3g.





Als Kopfhörer kommt bei mir der Sennheiser HD600 zum Einsatz. Was soll ich recht viel dazu sagen, klingt prima. Im Normalfall ziehe ich aber die Wiedergabe über Lautsprecher vor.

Dieses Geräte hatte ich früher schon einmal aufgebaut und war damals von seinem Klang begeistert, aber auch den hatte ich wieder viel zu schnell weggegeben.

Bevor ich oben gezeigtes Gerät fertiggestellt hatte, habe ich auch noch einen anderen Versuch, mit der 5842 gestartet, aber dieser verzerrte bei höheren Lautstärken zu schnell. Die Schaltung war auch mehr als Vorverstärker gedacht, denn für Kopfhörerbetrieb, aber einen Versuch war es wie immer wert.

Was bleibt, ist das was sich bewährt ! 


Kopfhörer-Verstärker mit Übertrager

Im Zuge meiner "modularen" 1-Röhren-Endstufen hab ich dann nochmal über einen Kopfhörerverstärker nachgedacht. Wenn ich selbst die Ausgangsübetrager mittlerweile in einem extra Gehäuse hatte, dann könnte ich doch einfach nur einen Übertrager mit 300/600 Ohm für Kopfhörer an die Endstufen anschließen und fertig wäre der Kopfhörerverstärker. Das hat auch super funktioniert. Ich hab dann sogar noch die Möglichkeit eingebaut, zwischen Endstufe-Lautsprecher und Endstufe-Kopfhörer umzuschalten und bis auf den "Knacks" den es beim Umschalten im laufenden Betrieb gab, hat es funktioniert (muss man im laufenden Betrieb umschalten ?). Klanglich wieder sehr schön und man hat diesmal sogar eine galvanische Trennung der Hochspannung vom Kopfhörer (wem ein Kondensator als Sicherheit nicht ausreichen sollte).

Jetzt wo ich auf Vollverstärker umgestiegenbin, geht das mit Umschalten nicht mehr so einfach, deswegen dieses "eigenständige" Kopfhörer-Projekt





Es sollte eine "1-Gehäuse" Lösung werden. Hoffe nur ich bekomme alles unter und die D3a unter den Abschirmbechern bleiben von der Nähe des Netztrafos unbeeindruckt. Die Gittervorspannung werde ich mit 1,2V NiMh Akkus bewerkstelligen und falls das wieder zu "agressiv" klingen sollte, wird halt wieder die gute alte RC-Kombination eingesetzt. Kanalgetrennte Lautstärkeregelung ist bei einem Kopfhörer wahrscheinlich noch wichtiger, um auch feinste Kanalunterschiede auzugleichen zu können.







Leider hat es nicht geklappt. Es ist ein deutlicher Brumm vorhanden. Aber egal, momentan kümmere ich mich jetzt erst einmal um die Raumakustik.

Montag, 17. Juni 2013

Gibt es tatsächlich immer Besseres ?

Es ist jetzt schon wieder 6 Jahre her, als ich den letzten, größeren "Fehler" begangen habe (Silberglut 300B). Zu glauben, es könnte doch immer noch "schneller, höher und weiter" gehen.

Mit diesem einem, "letzten" Gerät (ein Röhrenvollverstärker), wollte ich eigentlich dem ewigem "Basteln" und "Probieren" endlich ein Ende setzen, um von da an und für alle Zeit glücklich und zufrieden Musik hören zu können, bis das der T.........

War ich damals eigentlich schon bereit dazu, "tatenlos" herumzusitzen und nur noch Musik zu hören ?

Nach der "Ushida", bis zu diesem Gerät, gab es schon einige (Fehl) Versuche, u.a. mit Bausätzen  (Decware SE84C, ein Bausatz aus Amerika), älteren Fertiggeräten (z.B. der "V73", alte Studioverstärker-Einschübe von Maihak und dem "NF1", ein Verstärkermodul aus einer Musiktruhe von Grundig) aber auch einigen Selbstbauten, u.a. mit den Endröhren EL84, 6C45 und auch der 2A3.

3 Jahre meines Lebens und etliche graue Haare hatte mich dieses "Ding" wieder gekostet. Dachte zeitweise, ich fange wieder von vorne an. Ich konnte diesem "Teil" einfach nicht den "Klang" entlocken, den ich gerne hören wollte und dann brummte mir das Ganze (die Endröhren) einfach zu stark (Hallo, das sind direkt geheizte Röhren und dann auch noch mit Wechselspannung heizen !). Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern, das die "Ushida" jemals so gebrummt hätte.

Alles nur Einbildung ?

Der Verstärker hatte eigentlich alles was mein Herz so begehrte:
  • 6 Eingänge über einen hochwertigen Umschalter mit versilberten Kontakten geschaltet
  • kanalgetrennte Lautstärkersteller (in 12 Stellungen geschaltete Eingangsübertrager, die Wicklung aus Reinsilber auf einem amorphen Kern gewickelt - TVC (Transformer Volume Control))
  • die 5842 als Treiberröhre (selbst die 6C45, D3a oder ECC99 waren mit geringen Umbauten möglich - hab ich alle ausprobiert)
  • gefolgt von einem Zwischenübertrager, der u.a. auch die Möglichkeit bot einen Kopfhörer anzuschließen und der auch noch einen separaten niederohmigen Ausgang besaß, für den Anschluß einer ext. Endstufe. Man konnte den Übertrager, in Kombination mit der ECC99 (SRPP), auch als "Parafeed" schalten.
  • dann eben die 300B, die "Königin" der Trioden, als Endröhre, im 1-Takt Class-A arbeitend
  • gefolgt von den Ausgangsübertragern, die angeblich von bester Qualität sein sollten.
  • im Netzteil werkelte eine 5U4G (aber auch 5R4GY, 5R4WGA u. GZ34 hab ich probiert) gefolgt von Ölpapierkondensatoren (hatte auch schon mal Folienkondensatoren drinnen) und Drossel. Durch seine zwei Netztransformatoren (einer für Anodenspannung und Treiberröhrenheizung und einer alleine für die Heizung der Endröhren) konnte über den Einschalter (ON-OF-ON), entweder nur Vorverstärker- und Kopfhörerbetrieb oder eben dann auf Endstufenbetrieb (alle Funktionen gleichzeitig) umgeschaltet werden.
  • das Ganze wog stolze 33kg, war komplett aus 2mm poliertem Edelstahl gefertigt (absolut sauber gekanntet und alle Ausbrüche waren gelasert), alle Eisenteile waren in hochglänzenden Edelstahlbechern vergossen und obenauf montiert.
 Und so sah das Ganze aus (Namen spielen hierbei keine Rolle !)



Aber was nützt die "schönste" Optik, die tollsten technischen Daten und Versprechungen, wenn die "Chemie" einfach nicht stimmt ? 

Aber so schnell geb ich nicht auf ! Also Ärmel hochgekrempelt und ans Werk.

Um das Ganze jetzt etwas abzukürzen, hier ein paar Maßnahmen die meiner Meinung nach in die richtige Richtung zielten, für mich aber letztendlich keine zufriedenstellende Lösung darstellten:
  • irgendwann flogen die "Lautstärkesteller" (die ja im Prinzip Übertrager waren) raus. Ansich bestimmt eine gute Sache, diese TVC's (transformator volume control), wenn man dem Internet glauben darf, aber 1. waren 12 Stellungen, um evtl. Kanalunterschiede ausgleichen zu können, einfach zu wenig, dadurch u.a. die Lautstärkeunterschiede zwischen zwei Schaltstufen einfach zu groß, 2. denke ich, hatten die Dinger, auch wenn sie Wicklungen aus Reinsilber hatten und auf amorphen Kernen gewickelt waren, "Probleme" (das ist aber nur die Meinung eines Laien), weil später hatte ich an dieser Stelle Leitplastikpotis eingesetzt (die guten "blauen" Alps hätten es aber auch getan) und damit klang es schon mal "besser".
  • ich vermute, das es weitere Probleme mit Zwischen- und/oder sogar Ausgangsübertrager gab (da hat ja die "Ushida" ohne Eingangs- und Zwischenübertrager noch besser geklungen oder bilde ich mir das nur ein ?).
  • was den "Brumm" der Leistungsröhren anging, konnte ich eine kleine Verbesserung, durch extra aus China (da in Deutschland zu teuer) importierte 300B's mit Mesh Anode erreichen (vier verschiedene 300B's hatte ich bis dahin ausprobiert). Also auch der mechanische Innenaufbau einer Röhre spielt eine Rolle.
  • eine andere Möglichkeit wäre gewesen, Gleichspannungsheizung einzusetzen und zusätzlich einen "Ultrapath"-Kondensator, anstelle oder in Kombination mit dem Ck zu verwenden. Damit hab ich eine hörbare Brumm-Reduzierung hinbekommen. Aber Gleichspannung wollte ich eben nicht. Geregelte Gleichspannung oder gar Schaltnetzteile kamen für mich nie in Frage. Bin in meiner Not sogar wieder auf die 2A3 zurück, aber auch hier das Gleiche.
  • Für die Heizung (gegen den Brumm) wäre ein Trafo mit Mittelanzapfung wahrscheinlich die beste und sauberste Lösung gewesen, aber das ist eben bei so einem Bausatz, der auf gewisse Teile ausgelegt ist, nicht so ohne Weiteres möglich.
Ich denke aber auch, das ich letztendlich so was von genervt und frustriert war, das ich wahrscheinlich nicht einmal mehr gehört hätte, wenn es gut klingt. Ich wollte einfach nicht mehr ! Nicht das ich jetzt, so depremiert, der "300B" Unrecht tue, aber so besonders gut geklungen (konnte sie damals zumindest noch mit dem nachfolgenden "Darling"-Selbstbau, mit der 1626, vergleichen) hat sie nun wirklich nicht, aber auch die 2A3 hatte für mich ihren "Zauber" verloren. Ich weiß nicht, ob ich jemals noch einen Verstärker mit einer direktgeheizten Triode bauen werde ?

Das Kapitel ist momentan erst einmal abgeschlossen. Soviel Geld (2700 Euro + die Teile für die Experimente) werde ich jedenfalls nicht mehr ausgeben, weder für ein Fertiggerät, einen Bausatz, noch für einen Eigenbau.
Es geht einfacher, günstiger und besser, aber halt ohne das dem Ganzen etwas "Seltenes" oder "Magisches" anhaftet.

Einfach einfach halt !