Die Aussage,
das ein jedes Bauteil, egal ob passiv oder aktiv, einen mehr oder
weniger großen Einfluß auf das Musiksignal ausübt, hatte ich mir schon früh zu
Herzen genommen. Später bekam ich eine Kopie des französischsprachigen Buches "Selection de L'Audiophile Tome 1" in die Hände, in dem eindrucksvoll durch Messungen belegt wurde, das angefangen vom Widerstand, über Kondensatoren und Schalter bis hin zu den Cinchbuchsen, zumindest "eine" Wirkung, anhand von Veränderungen des Klirrspektrums eines Signales, besteht, unabhängig von Röhre oder Transistor.
Mein 1. Röhrenvollverstärker (Bausatz), die "Ushida", zeigte schon eindrucksvoll, mit wie wenig Bauteilen, z.B. ein
Vollverstärker, auskommen kann. Gerade mal drei aktive Stufen und eine
handvoll anderer Bauteile (wenn auch teilweise recht schwergewichtige), waren
für eine Leistung von 3,5 Watt ausreichend.
Mehr Leistung braucht kein Mensch (die passenden
Lautsprecher vorausgesetzt) !
Ein für mich, als
"Platinen-Legastheniker", weiterer Vorteil der Röhrenschaltungen ist, der
"fliegende" Aufbau. Die paar Bauteile können leicht über Lötleisten oder direkt
an die Röhrenfassung gelötet werden, fertig ist der Verstärker.
Nach meinem "300B-Bausatz-Disaster" (s.a. Post "Gibt es tatsächlich immer Besseres ?"), hab ich dann alles selbst in die Hand genommen. Gebaut hab ich u.a. den "Wilimzig"- und "Darling"-Amp. Endstufen mit jeweils nur zwei Röhren pro Kanal und einer Leistung zwischen 0,5 - 0,75 Watt.
Immer noch ausreichend laut !
Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit und die logische Konsequenz, einen Verstärker mit nur einer Röhre bauen zu wollen.
Endstufen mit nur einer Röhre
Damit meine
ich keine Röhren, wie z.B. ECL86 oder die 6Em7, die Treiber- und Endröhre in
einem Glaskolben beherbergen, sondern wirklich nur ein einziges System im Inneren, welches im
Prinzip beide Aufgaben, die der Vor- und Endverstärkung, übernehmen kann.
Noch weniger
geht an dieser Stelle nicht, außer es hätte jemand mittlerweile das
berühmte "verstärkende Stück Draht" gefunden !
Um eine
Endstufe mit nur einer einzigen Röhre hinzubekommen, braucht es allerdings Röhren mit
hoher Steilheit (im englischen "gm" oder auch
"transconductance" genannt, Einheit mA/V) und genügend Verstärkung (Einheit µ).
Nicht das es solche Röhren nicht geben würde (eine Auswahl an "high
gm" Röhren findet man z.B. im Internet unter
"www.pmillett.com/pentodes.htm"), das Problem ist welche zu finden,
die auch noch bei möglichst geringer Eingangsspannung, so um die 2V (was heutzutage eigentlich jeder CD-Player liefern können sollte), schon ausreichend Leistung abgeben können.
Damit wird
die Auswahl aber schon kleiner !
Bei einem
Gerät zur Musikwiedergabe dreht sich vorrangig alles um den Klang, aber nicht
jede Röhre die speziell für HiFi-Zwecke entwickelt wurde klingt 1. automatisch
"gut" und 2. welche die nicht für diese Zweck gebaut wurden,
z.B. Regelröhren für Netzteile, zwangsläufig unbedingt "schlecht".
Eben das
macht es auch heute noch spannend ! Es werden immer wieder Röhren
"ausgegraben", die gute musikalische Fähigkeiten besitzen und sich
vor den "marktbeherrschenden" Röhren, z.B. einer EL84, EL34, 2A3 und
der angeblichen Königin der Trioden, einer 300B, in keinster Weise zu verstecken
brauchen (eigene Erfahrung !). Der Nachschub solcher "Ausnahmeröhren" ist allerdings nicht gesichert, was sie für den Kommerz gottseidank uninteressant macht (was uns DIY'er wieder freuen dürfte !). Die neuzeitige
ROHS-Verordnung ist eigentlich das Aus für "HiFi-Schmieden". Kleine Handwerksbetriebe, die es auch dem interessierten Laien ermöglicht haben in den Genuß von "Ausnahmeröhren" zu kommen.
Eine
möglichst symmetrische "Kennlinienschar" soll auch so ein Indiz für guten
Klang sein, auch geringe Eingangs- und Millerkapazitäten spielen scheinbar eine Rolle, welche einem "verlustlosen" Ansteuern und einem
"ausgedehntem" Frequenzgang durchaus im Wege stehen können.
Auch der
mechanische Innenaufbau einer Röhre (Mikrofonieeffekt, Brummneigung) und die
verwendeten Materialien scheinen sich irgendwie auf den Klang auszuwirken.
Eingehender beschäftigt, hab ich mich damit allerdings noch nicht. Alles mehr durch Hörensagen und Eigenversuche herausgefunden.
Als wenn das
nicht schon genug "Wenn" und "Aber" wären, hatte ich
irgendwann auch noch die fixe Idee, das Ganze mit Akkus betreiben zu wollen (dazu später mehr).
Wie man schon beim "Wilimzig" und "Darling-"Amp sehen konnte, bin ich irgendwann einmal auch auf "Modul-Bauweise" umgestiegen. Soll bedeuten, das Verstärkerschaltung
und Netzteile in separaten Gehäusen gesteckt wurden. Das minimiert schon
mal die Störeinstrahlung vom Netzteil auf die Verstärkerschaltung (wird umso
wichtiger je empfindlicher die Verstärkerschaltungen werden, z.B. beim RIAA). So kann ich aber auch ein Netzteil mal "schnell" für eine andere
Verstärkerschaltung hernehmen (in so fern die Spannungen und Ströme
einigermaßen passen).
Ich hab mir hierfür die Aluminiumdruckgußgehäuse der Fa. Hammond ausgesucht. Das Ganze hat, wie
immer, auch einen Haken. So gut sich die Gehäuse mit einfachsten
Mitteln bearbeiten lassen, so begrenzt ist das
"Platzangebot" im Inneren, weil sie nur in einigen, wenigen Größen verfügbar sind. Was bisher aber kein all zu großes Problem darstellte, weil ich mittlerweile sogar den
Übertrager ausgelagert habe. Damit konnte ich das Gehäuse der Endstufen sogar nochmals verkleinern.
Damit nicht genug, der Vereinfachung !
Da wirklich gute Übertrager teuer und rar zu sein scheinen und ich nicht für jeden Röhrenversuch neue kaufen wollte, hab ich geschaut, ob es nicht mehrere Röhren gibt, die alle mit ein und demselben Ra zurecht kommen könnten.
Man hätte sich natürlich auch einen "universellen" Übertrager besorgen können, der mehrere primäre wie sekundäre Anzapfungen bereithält, wobei es sich beim genaueren Hinsehen, aber wieder nur um einen Kompromiss handelt, weil man u.a. wegen Streuinduktivitäten, Kapazitäten, etc. nur wieder klangliche Einbußen hinnehmen müsste.
Und so sieht die "Übertrager-Lösung" jetzt aus (die Plexiglashaube wurde aus der Not geboren, da ich keine passende Übertragerhauben herbekommen habe und frei herumstehen konnte ich sie auch nicht lassen).
Ist in einigen Belangen jetzt sicher ein "besserer" Übertrager geworden, u.a. weil er nur noch eine Primärimpedanz (Ra = 5 kOhm) besitzt, aber noch immer mehrere Sekundärimpedanzen, für 4, 8 und 16 Ohm (ein Kompromiss, um auch verschiedene Lautsprecher anschließen zu können) und das Kernmaterial amorph ist (Stichpunkt "Kernsättigung" und "Hochfrequenzverhalten"). Klanglich hat sich das, in meiner ganzen Anlagenkonstellation, wenn überhaupt, nur im Detailreichtum ausgewirkt.
Was mich wieder etwas nachdenklich gemacht hat. Entweder waren die bisher verwendeten Übertrager nicht so schlecht oder diese hochgelobten nicht so gut wie man sagt ? Aber das herauszufinden, ist eine Wissenschaft für sich. Zumindest arbeiten diese "effektiver", da ich ca. 5V mehr Anodenspannung zur Verfügung habe.
Um da Ganze jetzt etwas abzukürzen, hier die Röhren-Kandidaten, die aus meiner Sicht einen sehr guten Kompromiss zwischen Klang und Leistungsausbeute darstellen.
v.l.n.r. die 5842, D3a, E810F, 6C45, E55L und die EL5070
Die 5842 hat eine max. elektrische Verlustleistung von 4,5 Watt, ebenso die D3a. Die E810F hat 5 Watt, die 6C45 knappe 8 Watt und die E55L bzw. die EL5070 jeweils 10 Watt. Damit sind Musikleistungen zwischen 0,5 und 2 Watt möglich.
6C45
Ich beginne mit der 6C45, weil ich auch früher schon damit experimentiert hatte. Damals noch durch einen aktiven Vorverstärker, mit der 12B4A, getrieben. Ich hab das Ganze bloß wieder zu schnell zur Seite gelegt, weil ich der Meinung war, es würde nicht klingen (Einbildung ist auch eine Bildung !).
Hier handelt es sich um eine reinrassige Triode. Der innere Aufbau der Röhre finde ich recht interessant. Angeblich besitzt
diese eine massive Titananode und soll u.a. im
russischem Kampfflugzeug MIG, im Radar eingesetzt worden sein. Diese
bekommt man gebraucht, aber auch noch aus neuer Fertigung, in
unterschiedlichen Qualitäten zu einem
annehmbaren Preis (ca. 15-30€).
Mit der 6C45 sind bei ca. 200V Betriebsspannung, so ca. 1-1,5 Watt zu erwarten. Ich hab mich aber wegen dem Akkubetrieb nach einem anderen Arbeitspunkt umschauen müßen. Hätte man sicher auch berechnen können, aber ich hab einfach mal im Internet gesucht und bin fündig geworden.
Hatte hier anfangs auch wieder,
weil es einfach eine schnelle Sache ist, für die
Gittervorspannungserzeugung einen Akku im Kathodenkreis eingesetzt. Ich
weiß aus eigenen Versuchen, das ein Akku an dieser
Stelle, den Klang zwar "detailreicher" und auch das
"Bassfundament" kräftiger macht (ein Akku ist im Prinzip auch nur ein
großer
Kondensator !), aber was ich auch immer wieder feststellen mußte ist,
weshalb Akkus letztendlich an dieser Stelle auch immer wieder
rausflogen, dass das Klangbild zu höheren Lautstärken hin zu
"aggressiv" (zu höhenbetont) wurde. Auf Dauer macht das Hören so keinen
Spaß !
Letztendlich also doch wieder die klassische Variante, die gute, alte RC-Kombination.
Bei
RC-Kombinationen hat man allerdings, bei niedrigen
Kathodenwiderstandwerten (in diesem Fall 100 Ohm), dann wieder das
Problem, den Widerstand mit einer relativ großen Kapazität überbrücken
zu müssen (und das wo ich keine Elektrolyt-Kondensatoren mag), sonst verliert man im unteren Frequenzbereich an Verstärkung,
womit das Klangbild evtl. wieder ins mitten- oder höhenlastige abrutschen
kann. Aber ob und wie stark sich das letztendlich äußert, hängt u.a. auch von
anderen Faktoren, z.B. den Lautsprechern selbst (Schalldruckverlauf über den Frequenzgang gesehen)
oder auch vom Hörraum (glatte Wände und Böden oder Teppiche und
Vorhänge) ab, aber auch von den persönlichen Hörgewohnheiten. Zusätzlich
können auch "schlechte" Musikaufnahmen, das Klangbild in eine gewisse
"Richtung" lenken.
Alles nicht so einfach, aber verrückt machen sollte man sich auch nicht. Wenn es klingt, kann es so falsch gar nicht sein !
Da diese Art von Endstufen eh schon
wenig Leistung erwarten lassen,
sollte man damit auch "sparsam" umgehen, soll heißen wirkungsgradstarke
Lautsprecher >90dB, besser 95dB sind hier von Vorteil. Vielleicht
wäre hier sogar ein
"guter" Übertrager, mit einem Wirkungsgrad von >90% - wenn man der
Werbung trauen darf - sinnvoll ?
Mit einem 220uf
Kondensator, bekäme man bei einem 100 Ohm Kathodenwiderstand z.B. eine
untere Grenzfrequenz (fg bei -3dB) von ca. 7 Hz hin (die Formel dafür
gibt es in Büchern und im Internet !). Da ich aber den Spleen mit den
Elektrolytkondensatoren habe und solche Werte für Folienkondensatoren
nicht ohne eine gewisse Größe einhergehen, der Platz in meinen Gehäusen
aber begrenzt ist, mußte ich einige Zeit suchen bis ich Passendes
gefunden hatte (hab mir dann gleich eine kleinen Vorrat angeschafft -
man weiß ja nie). Jetzt finde ich, passt es ganz gut und auch zu höheren
Lautstärken hin wird es nicht mehr "lästig".
Ich versuche ja generell Folien- anstatt
Elektrolytkondensatoren einzusetzen. Das hat seine Gründe, wenn auch heutzutage keine triftigen
mehr. Elektrolytkondensatoren waren, von den technischen
Daten her (denen man eine klangliche Beeinflussung nachsagt, z.B. tan δ, ESL, ESR, etc.),
"schlechter" als Folienkondensatoren, aber auch deshalb, weil das als
Dielektrikum verwendete Elektrolyt austrocknen konnte. Neuartige, speziell für HiFi-Zwecke entwickelte
Elektrolytkondensatoren, sollen diese Verhalten nicht mehr oder nicht
mehr so stark zeigen. Der Spleen ist mir allerdings geblieben !
Was
die anderen Bauteile betrifft, achte ich zwar darauf, aber ich
übertreibe auch nicht. Für "induktionsfreie" Widerstände oder
Goldfolienkondensatoren hab ich persönlich nicht viel übrig. Ich denke
die Schaltungsauswahl, der Arbeitspunkt, aber auch die Röhre und der
Übertrager spielen
eine größere Rolle.
5842
Hier handelt es sich wieder um eine Triode. Bei ca. 170V Betriebspannung fließen ca. 20mA. Leistungsmäßig sind ca.
0,5 Watt zu erwarten. Mit
ca. 1000 Betriebsstunden und einem Preis von ca. 30€ nicht gerade
"günstig", aber witzig sieht es schon aus, wie die Röhren nur so ca. 4 cm über das
Chassis hinausschauen. Klanglich sehr schön.
D3a (7788, E810F, 6J52P)
Nachdem
mehrere Versuche, einen weiteren "1-Röhren-Endstufen"-Kandidaten, der EL802, zum "Klingen" zu bringen, fehlgeschlagen sind (zu baß- und mittenlastig), bin ich nach kurzer
Recherche auf die D3a umgestiegen. Bei der D3a handelt es sich um eine Pentode, die aber hier als Pseudo-Triode geschalten wird. Ich hatte da noch welche in meiner
"Röhrenkiste" liegen. Der Umbau war eine Sache von 1 Std. und die ersten
Töne sehr vielversprechend. Pa max. allerdings nur 4,5 W, ähnlich der
5842, also ist in Etwa auch mit 0,5 Watt Musikleistung zu rechnen, dafür
hält sie 10.000 Stunden und man bekommt sie schon für 15€/St.
Dann hab ich herausgefunden, das die E810F äquivalent zur D3a ist. Die hat eine etwas höhere Pa (5 Watt) und verkraftet auch etwas mehr
Strom (D3a Ia max. 30mA, E810F Ia max. 50mA). Die hat
auch eine höhere Steilheit (D3a=35mA/V, E810F=50mA/V). Wenn man die jetzt einfach in die o.g. Schaltung einsetzt, dann stellt sich zwar ein etwas höhere Strom ein (was sie ja durchaus verkraftet), aber ansonsten ist alles im grünen Bereich. Ich finde sogar, das sie etwas "besser" klingt als die D3a und für 13€/Stück kann man nicht meckern.
Und es gibt auch noch ein
russischen Äquivalent dazu, die 6J52P. Hab mir auch hier ein paar besorgt. Die sollen
aber eine recht hohe Serien-Streuung haben, dafür eine Pa max. von 10W und einen Ia max. von 70mA (Steilheit ist mit
55mA/V ähnlich der E810F). Für ca. 5€/Stück (incl. Versand) sogar recht günstig, aber entscheidend ist der Klang.
EL5070 (8608) oder eben die E55L (8233)
Hier handelt es sich wieder um eine Pentode, die wieder im Triodenmodus geschalten wurde (Gitter g2 über einen 100 Ohm Widerstand auf die Anode und Gitter g3 auf die Katode). Eigentlich sind ja ca. 135V Ua und ca. 45mA Ia, bei einem Ra von 2,5 kOhm, die bessere Wahl für den Arbeitspunkt, weil hier ca. 2 Watt möglich wären, aber weil ich eben nur noch einen Übertrager und nur noch ein Netzteil einsetzen wollte, hab ich mich für eine höhere Ua (170V), bei geringerem Ia (ca. 35mA) und einem Ra von 5 kOhm entschieden. Mit mehr Anodenspannung muß man dann schon aufpassen, das man nicht an das im Datenblatt angegebene Maximum der Röhre kommt. So sind vielleicht nur noch ca. 1,5 Watt möglich, aber auch das reicht mir.
Eigentlich hatte ich
gehofft mit der E55L / EL5070 (im Triodenbetrieb), als „1-Röhren-Endstufe“,
glücklich zu werden, aber irgendwie klappt das nicht so wie ich mir das vorstelle.
Da
können einem schon mal Gedanken in den Kopf kommen, ob dieses Hobby
überhaupt noch Sinn macht. Vielleicht doch einfach nur ein "Küchenradio"
kaufen und gut ist ?
Ein Eingangsübertrager der
1:4 macht (hab mir sogar noch teure LL7903 von Lundahl besorgt), das
Gitter der Röhre mit ca. -3,5V vorgespannt, bei ca. 2V Ausgangsspannung von der
SBT, das sollte doch "dicke" reichen, oder ?
Der
RIAA-Vorverstärker hat da leider noch weniger Ausgangsspannung und
sicher auch einen höheren Ausgangswiderstand als die SBT. Hier fällt die
geringe Verstärkung, mit nur einer Röhre, noch mehr auf.
Das Oszilloskop
bestätigt zwar die Spannungsverstärkung der Übertrager, auch das die E55L irgendwann übersteuert, aber „gefühlt“,
ist mir das mit dem RIAA dann doch noch zu leise.
Das
Schlimme an all diesen Versuchen, etwas einfacher und besser zu machen
ist, das auf jede Änderung eine Reaktion eintritt und ich bin mir
langsam nicht mehr sicher, ob es sich dabei nicht mehr um
"Verschlimmbesserungen" handelt.
Vielleicht stimmt ja bei mir das ganze Konzept, die Voraussetzungen dafür nicht ?
Der Eingangsübertrager könnte auch noch 1:8, aber dann passt das mit den Impedanzen
nicht mehr. Da müsste die Quelle (SBT oder RIAA) dann schon minimal 600
Ohm können.
Es ist zum Verrückt werden !
Dann bin ich spaßhalber bei der E55L mal
auf Pentodenbetrieb umgestiegen. Da geht schon mal mehr, aber „eingebildet“ hört
sich das ganze irgendwie nicht so „homogen“ an (keine Ahnung wie ich das sonst
beschreiben könnte). Wahrscheinlich ist es genau das, was den Unterschied zwischen Trioden- und Pentodensound ausmacht ?
Momentan ruht das Ganze. Ich muss erst mal meine „Wunden“ lecken und überlegen wie es mit der
Idee der „1-Röhre-Endstufe“ weitergehen soll. Weiterverfolgen oder ad Acta
legen ?
Röhren mit etwas mehr Leistung würde es da schon noch geben, z.B. die 6HS5 oder die EML 20B, aber die eine (6HS5) benötigt sehr
hohe Betriebsspannungen (bis zu 1300V) und die 20B kostet ein kleines Vermögen.
Beides ist für mich nicht (mehr) sinnvoll !
Durch Zufall bin ich im Internet über die 6E5P gestolpert. Eine russische
Tetrode mit 10,6 Watt (Anoden- und Gitterverlustleistung zusammen gerechnet ).
Eine Tetrode hatte ich noch nie in Verwendung !
Die E55L
hat sogar 11,5 Watt (Anoden- und Gitterverlustleistung), aber das kam mir zu leise vor. Ob das was wird ?
Die 6E5P ist optisch nichts besonderes (s. zweites Gerät von rechts), aber .......
...... mir sind die "inneren" Werte eh wichtiger !
Die
6E5P konnte mich aber auch mit den Eingangsübertragern nicht wirklich
überzeugen, aber
ich bekomme schon noch heraus, wo sich der "Kasus Knaxus" verbirgt !
Ich
hab mir jetzt kurzerhand überlegt, solange das mit den Eingangsübertragern nicht geklärt ist, erstmal eine aktive Vorstufe zu
bauen. Möglichst einfach, am Besten, mit nur einer Röhre, die aber zwei
Systeme (Trioden) im Inneren trägt, z.B. die ECC99 oder die 5687.
So ungefähr schaut das mit der 5687WB aus
Anfangs hab ich noch mit der EL84 herumprobiert, aber wenn ein Vorverstärker u.a. mehr Heizstrom "verbrät" als eine
Endstufe, kann das letztendlich nicht der Sinn der Sache sein. War klanglich aber wirklich überzeugend.
Hab mich dann aber auch wieder an die
12B4A erinnert. Hierbei
konnte ich etwas interessantes feststellen. Beide, die E55L und die
6E5P, waren dabei als Trioden geschalten (Äpfel mit Äpfel vergleichen
!?). Die E55L klang damit gewohnt "angenehm", aber ich finde, dadurch
das sie jetzt bis an ihre "Grenzen" und auch darüber hinaus angesteuert
werden kann, auch schon wieder etwas "aggressiv" und gar nicht mehr so
schön.
Die
6E5P zeigte hier eine auffällig bessere Räumlichkeit (Tiefe, Breite)
und dann war sie auch noch "detailverspielter". Einbildung oder
Wunschdenken ? Bevor ich mich aber jetzt für oder gegen eine Röhre entscheide, werde ich nochmal ausgiebig hören.
Was sagt uns das und was lernen wir daraus ?
Was andere auch schon gesagt haben. Die "Kombination" macht letztendlich die Musik !
Das
mit den Eingangsübertragern lässt mir aber noch immer keine Ruhe. Bei
anderen "1-Röhren-Endstufen", wie z.B. mit der D3a, 5842 oder der 6c45
funktionierte das ganz gut, aber wahrscheinlich nur, weil die einfach
weniger Eingangsspannung benötigen, um voll angesteuert zu werden. Dafür
ist aber entweder die Leistungsausbeute (D3a, 5842) zu gering (ca. 0,5
Watt) oder die "negativen" Eigenheiten einer Röhre (6c45) kommen bei
Grenzbelastung zu stark zum Tragen (klingt "hart", zu höhenbetont !
Wahrscheinlich steigen hier die ungeradzahligen Klirranteile stärker an
?).
Aber
ich denke auch, das obwohl Röhren "leistungslos" angesteuert werden
(können), ein gewisser "Strom" von Nöten ist, um u.a. die
Miller-Kapazitäten im Zaum zu halten und was weiß ich noch alles.
Ich
bin da jetzt nochmal über einen möglichen Kandidaten für die
"1-Röhrenendstufe" gestolpert, die E80L. Als Triode geschalten, soll sie
angeblich bis zu 2,8W leisten, was ich allerdings bei 250V
Anodenspannung, 24mA Strom und einem Ra von 5kOhm, nicht ganz glauben
kann. Soll die EL84 bei 250V und 35mA nur ca. 2W bringen. Irgendetwas
stimmt da nicht ! Aber wir werden "sehen".
Was
die Netzteile betrifft, würde ich gerne nur ein einziges für alle
Endstufen (E55L, 6c45, 6E5P, EL84, E80L, etc.) verwenden wollen. Ein
"alter" Engel-Transformator (N80/2) scheint hier momentan der beste
Kandidat zu sein, aber hier mangelt es momentan an passenden
Trafohauben. Seit die Fa. "Cubes for Tubes" keine mehr anbietet, wird es
schwierig und teuer. Denke da mach ich mir welche aus MDF und lackier
die letztendlich nur schwarz.
Mittlerweile kam ein neuer RIAA mit 4x D3a hinzu, der einen niedrigeren Ausgangswiderstand und eine höhere Verstärkung aufweist. Jetzt klappt das auch mit den Eingangsübertragern von Lundahl LL7903 (1:4).
Geht doch !
Gehört wird jetzt erst einmal wieder mit der EL5070.
05.01.2015
Es tut sich wieder etwas !
Jetzt
ist gerade etwas Zeit über die Feiertage und da dachte ich mir, ich
könnte doch mal ein paar Messungen machen, Frequenzgang, Leistung, etc..
Hätte ich das nur mal gelassen !
Hab
natürlich meine aktuellen Vollverstärker-Monos mit der EL5070 hergenommen, aber egal was ich auch für einen
"Arbeitspunkt" gewählt hatte (Ra=2,5 oder 5k, 140 oder nur 170V
Betriebsspannung, 75 oder 135 Ohm Kathodenwiderstand, etc.), mehr wie 1,4 Watt
"unverzerrte" Leistung (Zeitpunkt wo der Sinus des Ausgangssignals sich
sichtbar verformte) war damit nicht möglich. Dazu musste aber auch erstmal der
Arbeitspunkt symetriert werden, ansonsten wären es nur ca.
1,2 Watt gewesen.
1,2 oder 1,4 Watt, was
macht das schon für einen Unterschied, werden sie sagen, aber bei so geringen
Leistungen muss man schon "sparsam" (effektiv) damit umgehen. Und ein bisschen Reserve möchte man ja auch noch haben.
Dann
hab ich spaßeshalber mal die 6E5P hergenommen und man soll es nicht
glauben, auch ohne den Arbeitspunkt großartig zu symmetrien, waren hier aus dem Stegreif schon "satte" 2,5
Watt möglich. Gemessen wurde mit einem Digital-Oszi am Übertragerausgang, der mit einem 8 Ohm Leistungswiderstand abgeschlossen war. Dann die am Oszi angezeigte RMS (effektiv) Spannung ins Quadrat, dividiert durch den Lastwiderstand.
Das
gab mir jetzt wieder zu denken und hat mich veranlasst
nochmal ein "bisschen" Hand an die Endstufen anzulegen an den
Mono-Vollverstärkern (hier kommen die guten Lundahl LL7903
Eingangsübertrager erst mal wieder raus und die etwas "einfacheren" von Experience
Electronics (E-1420) rein und anstatt die eine Eingangsbuchse als
Vorverstärkerausgang zu nutzen, werden ich jetzt wieder zwei Eingänge
daraus machen. Damit sind das jetzt erstmal wieder "vollwertige",
eigenständige Mono-Vollverstärker, die jetzt allerdings erst mal
wieder im Regal verschwinden, als "Offerings to the god of HiFi".
Die
Lundahls kommen jetzt wieder in ein separates Gehäuse, sozusagen als
eigenständige Vorverstärkereinheit (ist ja gut das ich die Gehäuse noch
aufgehoben habe), die dann einfach wieder (so wie vorher schon mal) an
die separate Stereo-Endstufe angeschlossen wird, die wiederum an einem
separaten Netzteil und an separaten Ausgangsübertragern hängt.
Deja Vu !?