Samstag, 2. November 2024

RIAA's, RIAA's, RIAA's

Aktuelles immer zuerst!

16.01.2025

Mittlerweile besteht die Hörkette aus 5751-RIAA, ECC82-Vorverstärker, E55l-Endstufe und Lautsprecher RFT 3402.

 

27.11.2024

Aus die Maus!

Gestern nochmal mit den u.g. Werten gemessen und für nicht so gut erachtet. Bin dann beim C von ca. 9,75nF wieder auf ca. 9,15nf zurückgegangen und den Neumann-Widerstand wieder auf 680Ohm und gut war es (so wie vorher). Das Ganze wird jetzt nochmal sauberer verdrahtet und dann erstmal Bestandteil der Hörkette werden (5751-RIAA, 6N6P-Vorverstärker, EL5070-Endstufe und Lautsprecher RFT 3402.

Den ECC99-Verstärker werde ich jetzt tatsächlich nochmal auf ECC99 umbauen, wobei nicht mehr die ECC83 bzw. 6N2P als Treiber fungiert, sondern ein System von- der ECC99 selbst. Ich hatte da schon mal etwas probiert und kam hierbei auch auf ca. 400mV Eingangsempfindlichkeit.

Der Umbau ist im Post "Ein ECC99 (6N6P) Verstärker" dokumentiert und soviel sei schon mal gesagt, der ECC99 bzw. 6N6P ist Geschichte. Der Frequenzgang hat einfach keinen ausreichenden Tiefgang, weder mit Ra=5 oder 10k. An den Übertragern Hammond CSE125 kann es nicht liegen, die spielen vom Frequenzgang her im 6C45-Verstärker schon besser (Ra=5k) und im EL5070 (Ra=2,5k) richtig gut (je nachdem welchen Wert das Poti am Eingang hat bzw. sogar noch besser mit Eingangsübertrager).


25.11.2024

Hab jetzt beide Kanäle des 5751-RIAA auf 0,15µf (1. Koppel-C), 100k, 11k, ca. 9,75nf, 470 Ohm "Neumann" und 0,047µf (Ausgangs-C) mit 1MOhm Abschlusswiderstand umgebaut. Messung steht noch aus. Fakt ist schon mal, das diese Schaltung deutlich weniger rauscht als alle anderen bisherigen passiven RIAA-Schaltungen mit ECC83 (bzw. 6N2P), wie z.B. der RCA 7025. Verstärkung ist auch ausreichend hoch, obwohl die 5751 nur max. 70-fach verstärkt (anstatt bis zu 100-fach bei der ECC83).
Dürfte an dem niederohmigen Entzerrernetzwerk liegen. Das man zu Not (mit Abstrichen im Frequenzgang) auch die ECC83 stecken kann, ist lobenswert.

Hier nochmal die Quelle (https://www.axing.se/crude/riaa-tweaks.html) für den 5751 RIAA.


24.11.2024

Hat jetzt nicht mehr nur mit RIAA's zu tun, aber soll zeigen, wenn das Messequipment nicht passt dann macht das alles nicht recht viel Sinn. "Wer misst, misst Mist" oder so ähnlich 😉.

Ich glaub ich hab mir den rechten Eingangskanal meines AudioInterfaces irgendwann mal mit zu viel Eingangsspannung zerstört. Ich bekomme bei Audionet Carma Messungen auch immer wieder Fehler vom rechten Kanal, dass das Signal nicht erkannt wurde und die Verkabelung überprüft werden soll. Die Ausgänge scheinen beide noch Messsignale raus zu schicken.

Hab mir zum Gegentest jetzt nochmal ein günstiges "Behringer U-PHORIA UMC202HD" geholt. Viele der heutigen AudioInterfaces haben mittlerweile auch schon 24Bit und 192kHz. Damit sollten rein theoretisch Frequenzgänge bis ca. 100kHz möglich sein (da muss aber wahrscheinlich auch das Messprogramm mitspielen). Aber schau'n wir mal.

Ich hab jetzt gleich die Messausgänge meiner Lastwiderstandsbox (4, 8, 16 Ohm) mit gegensinnig geschalteten 3,9V Z-Dioden geschützt. So können aber (ohne Spannungsteiler) nur < +/- 3,9V gemessen werden, was bei 1W, bei 4 und 8 Ohm, mit 2 bzw. 2,83V noch gut funktioniert, aber bei 16 Ohm mit max. 4V dann schon reduziert wird. Bei Verstärkern höherer Leistung oder Frequenzgangsmessungen an der Leistungsgrenze (selbst bei 1W und 16 Ohm werden eben schon 4V erreicht), muss ein Spannungsteiler her, so wie bei der Arta-Messbox, die aber auch nur bis zu einer gewissen Verstärkerleistung funktioniert (hier wird extra darauf hingewiesen, wenn mit weniger Leistung "gefahren" wird, muss der Spannungsteiler geändert werden. Umgekehrt wahrscheinlich genauso).

Dann hab ich nochmal ein bisschen gemessen (mit "links" 😉). Den EL5070-Verstärker, mal direkt von der Soundkarte angesteuert (pink, der EL5070 braucht aber ca. 3,5V, um voll ausgesteuert zu werden), mal mit 6N6P-Vorverstärker davor und einem 50k log Poti am Eingang (grün) und auch mal mit dem 50k log Poti am Ausgang des Vorverstärkers (violett). Das Poti/der Umschalter bzw. die zusätzliche Verkabelung (Kapazität), lässt die Höhen wieder früher abfallen. Also macht ein "Vollverstärker" mit eingebauter Umschaltung, Lautstärkeregelung und Vor- bzw. Treiberstufe, um die Leitungswege so gering wie möglich zu halten, schon Sinn. Es ist nicht viel, aber wenn man lauter einzelne Geräte hat, deren Schaltungen hochohmig arbeiten und dann noch mit längeren Verbindungskabel mit hohen Kabel-Kapazitäten verbindet, könnte es am Ende knapp werden. Der EL5070-Verstärker sieht jetzt erstmal unauffällig aus (im Gegensatz zum "ECC99"-Verstärker).


Dann nochmal ein Paar Messungen mit dem 5751-RIAA zusammen gemacht. Der RIAA direkt auf den Vorverstärker-Eingang, der Ausgang auf ein 50k log Poti, weiter auf den Endverstärker (grün). Dann ein 500k log Poti am RIAA-Ausgang, auf den 6N6P-Vorverstärker Eingang und der Ausgang direkt auf den EL5070-Verstärker (pink). Die gesamte Kette sieht jetzt nicht so schlecht aus. +/- 0,5dB von 20-20.000Hz. Letztendlich ist aber die Summe, am Lautsprecher, im Hörraum, am Hörplatz entscheidend. 

 

Dann mal den 5751-RIAA Ausgang direkt auf den Soundkarten-Eingang verbunden (pink), dann mit dem 500k log Poti am Ausgang des RIAA, auf den Eingang des Vorverstärkers (grün). Der Ausgang des Vorverstärkers auf den Soundkarteneingang. Und dann nochmal der RIAA direkt auf den Eingang des Vorverstärkers und ein 50k log Poti am Ausgang des Vorverstärkers (grau/blau), bevor es auf den Eingang der Soundkarte geht (also ohne Endstufe).

Man sieht ganz gut, das die Eingangsimpedanz der Soundkarte zu niedrig ist, für solch hochohmige Messungen (pink). Der Frequenzgang wird total "verbogen". Auf der anderen Seite macht ein 500k log Poti direkt am Ausgang des RIAA, vor dem Vorverstärker (grün) seine Sache gar nicht mal so schlecht (der 1MOhm Widerstand am Ausgang des RIAA's fehlte noch bei dieser Messung, sonst würde sich eine niedrigere Impedanz ergeben, was den Frequenzgang evtl. weiter beeinflusst. Ein Fehlen des Ausgangswiderstandes, könnte aber auch beim Umschalten auf den RIAA zu Knack-Geräusche führen, weil eben der Ausgangskondensator keinen Bezug nach Masse hat. Muss ich testen).

Wieso es beim 50k log am Ausgang des Vorverstärkers zu etwas mehr Höhenabfall kommt, als mit dem 500k log Poti am Ausgang des RIAA's kann ich noch nicht ganz erklären. Eigentlich sollten Kapazitäten mit einem 50k log Poti eine geringere Rolle spielen, als mit dem 500k log. 



Hier nochmal der 5751-RIAA (mit dem Vorverstärker dazwischen), der linke Kanal (pink) mit 0,15µf 1. Koppel-C, 100k, 11k, 620 Ohm (Neumann), 47nf Auskoppel-C und 1MOhm Abschlusswiderstand und der rechte (grün) mit 0,47µf, 90k, 11k, 620 Ohm, 47nf ohne den 1MOhm Abschluss. Musste halt wieder die Kanäle umstecken. Das 500k log Poti wieder direkt am Ausgang des RIAA, bevor es auf den Vorverstärker geht. Die Auswirkungen der Bauteile geben sich jetzt nicht viel. Vielleicht etwas mehr Bass, mit "0,47µf", aber das dürfte kaum hörbar sein. Den 11k könnte man jetzt gar auf 12k erhöhen, dann geht die kleine Senke zwischen 2-5kHz auch noch weg oder den Widerstand für die Neumann-Konstante wieder reduzieren, was auch gewollt die höchsten Höhen wieder absenkt. Aber das sind Feinheiten. Klingen (dynamisch, feinzeichnend, ausreichend Bass, etc.) muss es im Allgemeinen, was es je nach Aufnahmequalität der Schallplatte, auch ganz gut tut. Etwas mehr Bass könnte es schon sein, u.a. auch weil ich offene Schallwände verwende, obwohl es schon 12 Zöller sind  (entweder Breitband oder Koaxial), die schon einiges an Luft bewegen können. Das Ganze ist auch noch abhängig von der Aufnahme.



23.11.2024

Die Themen verschwimmen schon wieder. Soll bedeuten, vom Thema RIAA, über Lautstärkeregelung und weiter zum Verstärker. 

Es wird ja beim Messprogramm standardmäßig immer nur der Linke Kanal bei einer Stereomessung angezeigt und wenn man den rechten sehen will muss man halt hin- und herschalten (und evtl. einen Overplot erzeugen, um beide gleichzeitig darzustellen oder die Option "Doppel Mono" gibt es, glaub ich, auch noch). Als ich beim "ECC99"-Verstärker von links nach recht geschalten hatte, fiel ich komplett vom Glauben ab. So einen Frequenzgang (wenn man das so überhaupt bezeichnen kann), hab ich noch nie gesehen. Das Gute ist, es liegt nicht am Übertrager, das Schlechte, das der rechte Kanal der Soundkarte scheinbar kaputt zu sein scheint (wohl mal zu viel Eingangsspannung abbekommen?).

Hier mal ein paar andere Verstärker gemessen und dabei immer wieder die Kanäle umgesteckt, so das immer mit dem linken Messkanal der Soundkarte gemessen wurde (1dB Teilung). Das Linienpaar oben und unten zeigen 6C45-Verstärker, einmal mit Selengleichrichter einmal mit Röhrengleichrichter (aber auch die Arbeitspunkte dürften nicht identisch gewesen sein). Das mittlere Paar den "ECC99". Jeweils 100k log Potis zur Lautstärkeregelung. Mit 50k log Potis würde es noch weniger abfallen und mit zusätzlichen 1:2 Eingangsübertrager wäre es nochmals besser (für den Preis der nochmals niedrigeren Primärimpedanz die die Soundkarte sieht (die muss das aber schon können, sonst "knickt" die ein).


Was man klar sieht ist, das der "ECC99"-Verstärker, im Bass früher als der 6C45- aber auch als der 1626-Verstärker abfällt (bei einer vorherigen Messung, mit dem EL5070-Verstärker (hier nicht ersichtlich) war dieser der Linearste von allen.). Das sind gut -3,5dB bei 20Hz beim "ECC99" (bzw. 6N6P) und nur 1,5dB bis 2dB bei den 6C45. Am Ri der 6N6P (ECC99), mit ca. 1,8kOhm dürfte es eigentlich nicht liegen (ÜT 5 oder 10k). Die 6C45 hat vielleicht 1k (ÜT 5k) und die 1626 gar 2,3k (ÜT 5k). Das gilt es jetzt herauszufinden, woran das liegt.

Strom im Arbeitspunkt (AP), für die 6N6P, durch einen anderen Rk etwas erhöht brachte nichts, anstatt der 10k-Primärwicklung die 5k genommen, auch nicht wirklich. Mal "schnell" die ECC88 (6N23P) anstatt der ECC83 (6N2P) gesteckt (ich weiß der AP dürfte jenseits von gut und böse gewesen sein) und auch den Koppel-C von 0,47 auf 1,47µf erhöhen brachte nichts.

Am Übertrager kann es eigentlich auch nicht liegen, wie man beim 6C45-Verstärker sieht.

Jetzt mal versuchen den Rk der ECC83 zu überbrücken oder stattdessen eine ECC88 oder wie ein Bekannter die ECC81 einsetzen und mit Gegenkopplung arbeiten (ist aber eigentlich nicht so mein Ding). Vielleicht dann auch nochmal auf die ECC99 (anstatt der 6N6P) umbauen, nur um zu sehen wie sich das verhält.

Hier nochmal im Vergleich der "ECC99" (6N6P, pink, Ri ca. 1,8k, Ra=10k), der 6C45 (dunkel grün, Ri ca. 1k, Ra=5k) und der EL5070 (hell grün, Ri ca. 600 Ohm, Ra=2,5k). Alle verwenden die Hammond 125CSE Übertrager und alle das 100k log Poti am Eingang.

Mit einem 50k log Poti oder zusätzlich dem 1:2 Eingangsübertrager, sollte das hinten raus auch noch besser werden. Also müssen schon am Eingang die Kapazitäten mit reinspielen? Die EL5070 mit ihrem niedrigen Ri von ca. 600 Ohm macht ihre Sache im Bass am Besten.


Hier nochmal nur der EL5070-Verstärker mit 100k log Poti (grün), 50k log (violett) und 50k log+1:2  Eingangsübertrager (blaugrau). Also wie vermutet, bleibt es mit nur 50k log (ohne ÜT), zwischen 20-20.00Hz, schon innerhalb +/-0,5dB, mit ÜT nahezu +/-0dB (der Zacken bei 6kHz müsste evtl. noch geklärt werden). Das Ende wird nur durch die Soundkarte (22.000Hz)/Messsoftware begrenzt.

Ich überleg schon, ob man den Übertrager LL-7903 auf 1:1 umverdrahten und einfach vor die Endstufe hängen sollte oder mit dem Wert des Lautstärkereglers weiter runter, bis auf 10kOhm, zu gehen? Dadurch das ich jetzt nochmal einen Vorverstärker mit "Vorverstärkung" (ca. 10-fach) und "Puffer-Funktion" (Kathodenfolger-Ausgang mit niedriger Ausgangsimpedanz - vielleicht so ca. 200 Ohm bei einer ECC82?) baue, sollte auch ein 10kOhm-Poti kein Problem sein.

 

22.11.2024

Ich hab eine andere Theorie, wegen dem "schlechten" Frequenzgang des "ECC99"-Verstärkers.
Nicht die Schaltung hat einen "Fehler", sondern der Übertrager (hoffentlich nur der linke Kanal, der im Carma Messprogramm standardmäßig zur Anzeige kommt - mal schauen ob da dann noch was auf Kulanz beim Händler geht). Ich hatte bei den "günstigen" Hammond 125CSE, glaub ich, schon einmal einen Ausreißer, aber ansonsten sind sie top für's Geld (s.a. http://tubelab.com/articles/component-testing/budget-output-transformers/). Auch das Rechteckverhalten ist ganz vernünftig, bis zu hohen Frequenzen.

Das andere Thema bleibt aber immer noch offen, das mit den hochohmigen Potis, die zusammen mit (immer noch zu) hohen Kabel- und/oder Millerkapazitäten (bei den Röhren) und vielleicht auch noch die ganzen Kontaktstellen dazwischen (Übergangswiderstände und Kapazitäten), zu Frequenzgangseinbußen im Hochtonbereich führen. Es wird auch deutlich störanfälliger (es rauscht mehr) mit hochohmigen Potis (und vielleicht auch nicht so hochwertigen). Beim Conrad gibt es noch 500kA (log) Alps (die blauen), für stolze ca. 19€/Stück. Aber da muss ich erstmal schauen, ob ich dabei bleibe.

Vielleicht hilft es ja auch schon, andere Eingangsröhren als die ECC83 (6N2P) einzusetzen, u.a. wegen den Millerkapazitäten). Muss halt dann mit Kathodenüberbrückungskondensator arbeiten, um ausreichend Verstärkung und Eingangsempfindlichkeit zu bekommen.

Doch nicht so ganz ohne, das mit den hohen Impedanzen 😉.

 

21.11.2024

Hier mal die Frequenzgänge des "ECC99"- und des EL5070-Verstärkers


"Pink" der "ECC99" mit dem 500k log Poti am Eingang, "grün" der EL5070 mit vorgeschaltetem 6N6P-Vorverstärker mit 5-facher Verstärkung und dem 500k log Poti am Eingang und "blau/grau" mit einem 100k log Poti. 1dB Teilung (Pegelunterschiede kommen von den unterschiedlichen Einstellungen am Poti).

Erstmal bin ich über den Frequenzgang des ECC99-Verstärkers erschrocken. Kein Wunder wenn das so seltsam klingt. Des Weiteren, das der Poti-Wert einen relativ großen Einfluss, zumindest auf die Höhen hat. Vielleicht hänge ich das Poti dann auch nochmal an den Vorverstärker-Ausgang, anstatt dem Eingang, um zu sehen, wo es weniger Auswirkungen hat.

Das ist ja mal wieder ernüchternd.

Oh man, da hab ich wieder ein Fass aufgemacht. Hatte ich damals nicht den Frequenzgang des "ECC99"-Verstärkers gemessen?

Ich hab zum Vergleich auch nochmal den 1626-Verstärker hergenommen (EC86 Röhre als Treiber). Der hat zumindest auch schon mal einen deutlich besseren Frequenzgang. Hier hab ich am Eingang dann sowohl 500k log Potis, 100k log, 50k log und 50k log mit 1:2 Übertrager angeschlossen (direkt von der Soundkarte bedient). Was glauben sie welche Poti-Variante den linearsten Frequenzgang gezeigt hat (20-20.000Hz, ca. +/-0,5dB)? Der 1:2 Übertrager mit dem 50k log Poti auf der Sekundärseite, gefolgt vom 50k log Poti ohne Übertrager (lässt sich raus schalten), dem 100k log und am Ende der "Nahrungskette" das 500k log und als Schlusslicht das 500k log mit 330pf parallel (dachte ich könnte mit einer zusätzlich parallel geschalteten Kapazität, so wie beim RCA-RIAA im Ausgang, etwas am frühen Abfall bewirken, was aber alles noch schlimmer machte). Also empfindlich auf Kapazitäten ist das Ganze auf jeden Fall.

Aber der ECC99 sieht selbst mit 100k log nicht gut aus. Der fällt an beiden Enden einfach zu früh und zu steil ab.

Andererseits bin ich ja auch aus einem bestimmten Grund wieder von Eingangsübertragern abgekommen, da sie die daran angeschlossene Quelle mit der Impedanz des umgekehrten Quadrates des Übersetzungsverhältnisses, von der sekundären auf die primäre Seite spiegeln. Wenn ich, sagen wir mal die einen 1:2 Übertrager (Expirience Electronic E-1420 (?)) idealerweise mit 47kOhm sekundär (mit dem Poti) abschließen würde, spiegelt sich mit 4:1 die Sekundärimpedanz auf die Primärseite, was 47kOhm/4=11,75kOhm. Der 4xD3a-RIAA hat eine Ausgangsimpedanz von niedrigen ca. 1,6kOhm (angeblich), was immer noch einem Verhältnis von 7,3 wäre, aber ich hab bemerkt, das selbst hier der (RIAA-) Frequenzgang beeinflusst wird. Ein höheres Verhältnis (Lastimpedanz >>10x höher als die Quellimpedanz).


20.11.2024

Wie ich befürchtet hatte, hat sich "etwas" verändert, vom Mess- zum Höraufbau und/oder von der Belastung her.

Die pinke Linie zeigt noch den vorherigen Messaufbau (RIAA-Ausgang direkt auf Vorverstärker-Eingang) mit einer Belastung von ca 450kOhm (1MOhm//820kOhm) für den RIAA-Ausgang.

Die grüne Linie nach Umbau der Messanordnung auf den späteren Höraufbau, wo im ungünstigsten Fall die Belastung bis auf 236kOhm steigen kann (1MOhm//500kOhm Poti//820kOhm Rg), aber eben auch die Verkabelung (andere Kabel an anderen Stellen) hat sich dadurch geändert. Nicht das mir wieder eine hochkapazitive, billige Baumarktstrippe einen Strich durch die Rechnung macht (wie schon beim RCA-RIAA).

Ich denke, ich lass dann auch noch mal den 1MOhm Widerstand am Ausgang des RIAA's weg (wie auch schon beim Shure M65 Clone), um eine weitere Parallelschaltung von Widerständen (Impedanzen zu eliminieren). In wie weit ein fehlender Ausgangswiderstand sich auf die Schaltung auswirkt kann ich nicht sagen, nur soweit, das es beim Shure bisher zu keinen Problemen kam, u.a. "Knacksen" beim Umschalten der Quellen, etc.. Damit komm ich dann schon wieder auf ca. 310kOhm Lastimpedanz, was den frühen Abfall verringern sollte. Ich werde das aber auch nochmal messtechnisch versuchen zu erfassen. Vielleicht werde ich auch nochmal mit 47nf und auch 100nf testen.

Seit der Erkenntnis mit den Impedanzen, weise ich immer wieder mal (wenn ich dran denke) auf deren möglichen Auswirkungen hin. Jetzt könnte man denken, das wäre alleine ein Problem von diesen "hochohmigen" Röhren-Schaltungen, die ich verwende.

"Niederohmige" Schaltungen bedeutet leider nicht automatisch, das diese Probleme dort nicht auch auftreten könnten. Man geht einfach davon aus, eben weil die Geräte niedrige Ein-/Ausgangsimpedanzen haben und meist dann auch die Lautstärke mit niederohmigen Potis geregelt wird, dass das schon passen würde. Wenn man es "übertreibt" kann sich eine zu niedrige Impedanz. selbst bei niederohmigen Systemen ebenfalls wieder auswirken. Was aber sehr wahrscheinlich zutreffend ist, das höher kapazitive Kabel hier keinen großen Einfluss haben dürften.

Wer heutzutage alles über einen Vollverstärker, mit eingebautem RIAA-Vorverstärker macht, sollte sich normalerweise um Impedanzen keine Gedanken mehr machen müssen, aber wenn jemand seine Anlage aus Einzelkomponenten unterschiedlicher Hersteller zusammenstellen möchte und vielleicht auch noch alte Röhrentechnik zusammen mit neuer Transitortechnik paaren will, sollte sicherheitshalber ein paar technische Daten besitzen.

Nur mal ein Beispiel. Pro-Ject "Phono Box E" RIAA (Eingangsimpedanz 47kOhm, Ausgangsspannung 0,5V, aber keine Impedanzangabe, nehme aber an, da Operationsverstärker verwendet werden, das dieser eine relativ niedrige Ausgangsimpedanz besitzt), Vorverstärker "Pre Box S2 Analogue" (Eingangsimpedanz 15kOhm, keine Ausgangsimpedanz) und "Amp Box S3" (keine Eingangsimpedanz). Wir können annehmen, das diese Kombi, mit Geräten vom gleichen Hersteller zusammenspielt. Auch ein evtl. Röhren-RIAA "Tube Box S2" dürfte funktionieren. Ob hier allerdings zwischen den Systemen der Röhren ECC83 die Entzerrung passiv oder aktiv stattfindet und ein Operationsverstärker dann nur noch die Impedanzwandlung macht oder umgekehrt, kann ich nicht sagen. Aber will man dann auch noch Selbstgebautes an kommerzielle Geräten anschließen, wären ein paar Daten schon nicht schlecht, um sicher zu gehen, sonst kann das auch in die Hose gehen bzw. nicht gut klingen.

Gut, im obigen Bild handelt es sich gerade mal um etwas mehr wie -1dB, bei 20kHz, das wird man vielleicht nicht hören, aber es gibt ja nicht nur eine "Verbindungsstelle" wo Impedanzen angepasst werden müssten. Zählen sie doch mal die Hochpässe (Koppelkondensator und Gitterableitwiderstand der nächsten Stufe (eigentlich geht auch noch der Ra und der Ri der vorhergehenden Stufe mit in die Rechnung mit ein)) in ihrer Hörkette. Hierbei handelt es sich meist "nur" um "leistungslose", also rein spannungsgesteuerte Hochpässe. Ein (RC) Hochpass berechnet sich mit 

                                                         fg (-3dB) =1/(6,28xRxC)

In meiner Hörkette, wenn ich über Platte Musik hören, zähle ich 2 Hochpässe im RIAA und 1 im Verstärker, also 3.

Berechnen sie doch mal spaßhalber von jedem fg (-3dB). Denken sie aber daran, das 1. alle Impedanzen (Ri der Röhre, Rg der Folgeröhre, etc.) mit in die Rechnung mit einbezogen werden müssen und das der errechnete Wert des 1. Hochpasses, der "Startwert" für den nächsten Hochpass ist. Schafft also der 1. Hochpass schon keine 20Hz, dann kommt beim nächsten auch keine 20Hz mehr an (zumindest nicht mehr mit vollem Pegel, wie vor dem 1. Hochpass). Es bringt also nichts den 2. Hochpass auf 10Hz zu rechnen, wenn schon keine 20Hz mehr vom 1. durchkommen. Die Phasenverschiebung noch nicht einmal mit einberechnet.

Aber auch die Arbeitspunkteinstellung über Kathodenwiderstände mit Überbrückungskondensator bilden Hochpässe (auch der Übertrager mit dem letzten Kondensator im Netzteil, etc.). Hier handelt es sich aber um "leistungsbehaftete" (Spannung und Strom). Die hier berechnete fg liegt aber bereits bei -6dB (0,707x0,707=0,5), da sowohl für Spannung, als auch für den Strom die -3dB (0,707) gelten. Alleine deswegen muss der Überbrückungskondensator an dieser Stelle höher gewählt werden und wegen der Vermeidung von Phasenverschiebung, nochmal größer ausfallen, als bei leistungsloser Steuerung. Man muss sich also über recht große Werte in manchen Schaltungen nicht wundern. Ich bin mir aber allerdings auch nicht sicher, ob der Kondensatorwert (zumindest bei Röhren) "unendlich" groß werden darf. Nicht das sich das wieder anderweitig "negativ" auswirkt.

In meinem Post "Neuaufbau Darling Verstärker" hatte ich schon mal auf diesen Umstand (Hochpass belastet/unbelastet) hingewiesen:

 ...... Dieser Hochpass, sitzt an einer Stelle der Schaltung, die noch als "leistungslos" gilt, also rein mit einem Spannungspotential gearbeitet werden kann. In "leistungsbehafteten" Fällen, also dort wo nicht nur Spannung, sondern auch Strom fließt, wie z.B. bei der Ermittlung des Kathodenüberbrückungskondensators, sind es dann schon -6dB (0,707*0,707=0,5), weshalb dort auch eine höhere Kapazität benötigt wird.

Ein HiFi-Bekannter gab mit dann noch einige Interessante Hinweise, u.a. das sich noch weitere Hochpässe in einer Verstärkerschaltung mit Ausgangsübertrager befinden und wie sich die letztendliche Grenzfrequenz durch Hintereinanderschaltung von Hochpässen berechnet.

Das meine Schaltungen bisher überhaupt funktioniert haben, grenzt schon an ein Wunder, wenn ich sehe, auf was man eigentlich alles achten müsste 😉.

 

Also am Besten so wenig wie möglich (Hoch) Pässe (Bauteile an sich) und wenn, dann eine deutlich niedrigere fg wie 20Hz anstreben (wegen der Phasenverschiebung). Ich hab keine Ahnung wie ich meine ganze Kette in Summe (bis zum Lautsprecher, im Hörraum, am Hörplatz) mal auf fg oder Phase testen könnte, um zu sagen, ob die ganze Theorie so stimmt, wie ich sie gelesen bzw. verstanden habe. Und ob meine Lautsprecher, mein Hörraum überhaupt 20Hz zulassen/können wage ich zu bezweifeln. Also letztendlich sollte man die "Kirche im Dorf lassen".


Hier die Messungen mit der veränderten Verkabelung vom Mess- zum Höraufbau.

Pink der gestrige Zustand (1µf 1. Koppel-C, ca. 91k anstatt 100k, 33nf Auskoppel-C, 620Ohm Neumann-Konstante) nachdem vom Mess- auf den Höraufbau umverkabelt wurde, also 1. von ca. 450KOhm Lastimpedanz auf, im ungünstigsten Fall, 236kOhm (je nach Stellung des Lautstärkestellers).

Grau/blau nachdem nur ein Kabel, zwischen RIAA-Ausgang, dem parallel liegenden 500kOhm log Poti und dem Rg von 820kOhm am Eingang des 6N6P-Vorverstärkers getauscht wurde. Eigentlich war diese Leitung schon eine relativ kurze (0,5m) und niedrig kapazitive Diodenleitung, aber erst nach Austausch gegen ein 0,5m Reson TSC-Kabel bekam ich wieder den ursprünglichen Verlauf. 

Die grüne Linie hat sich dann mit der Erhöhung des Auskoppel-C's von 33nf auf letztendlich 80nf ergeben. Wieder leichter Abfall in den Höhen, dafür stärkere Anhebung im unteren Frequenzbereich.

So und jetzt! Wieder einmal ein höherkapazitives Verbindungskabel das Problem. Also diese hochimpedanten Schaltungen haben schon so ihre Tücken.

 

Die pinke Linie entspricht der grünen im vorherigen Diagramm, die violette dann im Vergleich wieder mit "nur" 33nf Auskoppel-C (anstatt den 80nf), und immer noch ohne 1MOhm Ausgangswiderstand. Des Weiteren wieder 100kOhm (anstatt den 91kOhm). Die 620Ohm für die Neuman-Konstante und die 1µf für den 1. Koppel-C sind geblieben.

Denke mit 0,47µf für den 1. Hochpass dürfte die Bassanhebung nicht mehr so hoch ausfallen? Dann vielleicht den 100kOhm noch etwas anpassen.

Mit 0,47µf (anstatt 1µf) und 91kOhm (anstatt 100kOhm), 47nf (anstatt 33nf) und fehlendem 1MOhm Ausgangswiderstand, sowie 620 Ohm "Neumann-Konstante" (700 Ohm wären fast besser) sieht es jetzt eigentlich ganz gut aus, hört sich aber immer noch dünn, jedoch dynamisch an. Ich denke ich spann den 4xD3a-RIAA mal wieder ein, um wieder ein Gefühl für den "richtigeren" Klang zu bekommen.

Ich glaub ich hab einen Hörschaden. Alles hört sich jetzt irgendwie "dünner" (bassärmer), aber recht dynamisch an, egal mit welchem RIAA (4xD3a oder 5751), egal mit welcher Endstufe ("ECC99"- oder EL5070), ja sogar der DAC kommt "schlanker" rüber, egal ob mit dem 500kOhm log Poti oder nur 100kOhm log für die Lautstärkeregelung (je nachdem welche Gerätekonstellation verwendet wurde). Wo sind die Bässe geblieben?

Da stimmt doch was nicht. Ich glaub ich brauch 'ne Hörpause 😉.


 

19.11.2024

Der Autor (https://www.axing.se/crude/riaa-tweaks.html) hat auch die 1. Stufe, vom Arbeitspunkt her, angepasst (Ra=200k anstatt 220k, Rk=1,8k anstatt 2,2k. Damit scheint geringfügig mehr Strom im Arbeitspunkt zu fließen). Das werde ich auch nochmal probieren, was es damit auf sich hat.

Noch ein bisschen gespielt, u.a. mit dem 1. Koppel-C, den ich bis 1uf erhöht habe. Damit kann ich den Abfall bei 20Hz wieder etwas anheben, andererseits bildet sich, je höher der Wert ist, auch wieder ein leichter Buckel, den man mit Verkleinerung des 100k wieder verflachen kann. Eine Erhöhung des Auskoppel-C's von 33nf auf ca. 43nf bringt eigentlich nichts mehr, zumindest nicht im Messaufbau, wo der RIAA-Ausgang mit ca. 450kOhm (1MOhm parallel 820kOhm) belastet wird. Im Höraufbau geht das mit dem 500k Log Poti im ungünstigsten Fall aber bis auf 236kOhm runter (1MOhm parallel dem Poti und an dessen Schleifer wieder der Rg von 820kOhm vom "ECC99"-Verstärker). Hier gibt das mit 33nf am Ausgang dann eine fg (-3dB) von ca. 20Hz. Das ist zu hoch (u.a. auch wegen möglichen Phasenverschiebungen?). Bei 47nf sind es zwar dann nur noch 14Hz, aber das reicht vielleicht doch nicht. Denke das muss ich noch etwas nacharbeiten.

Vielleicht auf 0,1µf erhöhen, dann würde ich im Höraufbau schon auf 6,7Hz runterkommen. Mit einem 1MOhm-Poti komme ich auf 4,8Hz. Wer weiß wie weit man das Spiel treiben kann.

 

18.11.2024

Als nächstes wird der 1. Koppel-C von aktuell 0,15µf, durch Parallelschaltung eines 0,47µf, auf ca. 0,62µf vergrößert und dem 100kOhm (nach dem Koppel-C) ein 1MOhm-Poti parallel geschalten, um im Bereich von ca. 91kOhm bis ca. 60kOhm einstellen zu können (nach einem Tuningvorschlag von https://www.axing.se/crude/riaa-tweaks.html).

Man müsste den mittleren Pegel absenken können, aber ohne das die Enden mit abfallen. Pegelreserven (z.B. gegenüber dem Shure M65 oder auch dem RCA-RIAA) hat diese Schaltung ja noch etwas.

Vielleicht auch nochmal den zusätzlichen 390 Ohm Widerstand in Reihe zum "10nf" Kondensator, die die "Neumann-Konstante" ausbilden soll (die Neumann-Konstante (3,18µs) soll eine weitere Höhenabsenkung ab 50kHz stoppen)? Aber ob das etwas an den Höhen bis 20 bzw. 22kHz (soweit geht nämlich nur die Messsoftware) verändert?

Hier der momentane Endstand. Die "pinke" Linie ist der Stand von gestern, die "grüne" nach gestrigen Versuchen. Vieles von den o.g. Vorhaben wurden zwar versucht, aber letztendlich erstmal wieder zurückgebaut, u.a. um wieder einen definierten Ausgangspunkt der Werte zu haben, aber auch weil (noch) nicht jede Änderung den gewünschten "Effekt" hatte. 

Das sieht jetzt vielleicht wieder anders aus, nachdem die "Neumann-Konstante" eingebaut wurde. Die vom Autor angegebenen 390 Ohm hatten schon einen sichtbaren Effekt im Höhenabfall, hatte ein Wert von 620 Ohm dann schon den gewünschten (s. grüne Linie im u.s. Diagramm). Man hätte es sicher noch weiter treiben können, mit der Linearisierung, aber absichtlich wurde ein zu den Höhen immer noch leicht abfallender Frequenzgang angestrebt. Vielleicht kommt der Wert von 620 Ohm aber auch durch den geringeren "10nf"-Kondensator zustande?

Die anderen Bauteilewerte waren dann erstmal wieder 0,15µf für den 1. Koppel-C (anstatt 0,1µf), 100kOhm, 11kOhm (anstatt 10kOhm), ca. 0,043µf Auskoppel-C (0,033f parallel 0,01µf) und 240kOhm parallel dem 30nf Kondensator. Denke mit größeren Koppel-C's (Bassanhebung) bekomme ich den Frequenzgang noch auf +/- 0,5dB und vielleicht auch noch etwas "wärmer" abgestimmt? 

Aber was nutzt ein linearer Frequenzgang, wenn es nicht klingt?


Den Shure M65 und den "5751" hab ich pegelmäßig mal ausgemessen und gegengehört. Der Shure hört sich eher "wärmer", dafür weniger dynamisch an, der "5751" er heller, dafür dynamischer und das obwohl der Frequenzgang fallend ist.

Hätte ich nicht gedacht, das mit der Neumann-Konstante. Vielleicht hätte das ja auch etwas bei der RCA-Schaltung gebracht? Aber die hat von Haus aus schon mehr gerauscht. U.a. hier (Neumann-Konstante; Wahrheit oder Märchen? RIAA Filter, Entzerrung; Neumann Pole;) wird philosophiert, ob die Neumann-Konstante überhaupt benötigt, geschweige den eine Auswirkung auf die RIAA-Kurve hat. Hat sie scheinbar (zumindest in dieser Schaltung).  

Folgendes hab ich noch gefunden:

"......Eine nachträglich implementierte "Neumann-Konstante" mit den in die Welt gesetzten Phantasiewerten hebt auf jeden Fall die Höhen ab 10Khz ein ganz klein wenig unzulässig an ......."

Quelle: https://www.thel-audioworld.de/module/phono/Neumann-Konstante.htm

 

 

17.11.2024

Hier nochmal ein direkter Vergleich (gleiche Belastung, gleiche Stellung der Lautstärkesteller) der Frequenzgänge, vom Shure M65 Clone (pink), "5751" RIAA mit 5751 Röhren (grün) und dann auch nochmal mit 7025 Röhren (grau). Der "5751" bereits mit dem 11kOhm Widerstand und dem angepassten 10nf Kondensator.

Der Shure ist etwas leiser hat aber einen schon recht linearen Frequenzgang. Der "5751" verstärkt 3 (mit der 5751) bzw. 3,5dB mehr (mit 7025), fällt aber halt momentan an den Enden etwas stärker ab. Mal schauen was da noch geht.

Der Shure M65 klingt im Vergleich aber eben fast "leblos", gegenüber dem 5751 (mit 5751 Röhren bestückt). Ob alleine die Pegelunterschiede die Dynamikunterschiede erklären können? 

Man soll ja nichts unversucht lassen. Werde das Ganze jetzt nochmal ausgiebig gegen hören und auch auf annähernd gleiche Pegel achten (vorher einmessen).


16.11. 2024

Hier der Unterschied von 0,1 (pink) auf 0,15µf (grün), beim "5751" RIAA.


Also so zwischen ca. 25 und 10.000Hz sind es jetzt +/- 0,5dB, bei 20-16.000Hz +/- 1dB und zwischen 20 und 20.000Hz ca. +/- 1,3dB.

Also am linearsten ist bisher immer noch der Shure M65 Clone (pink, 2x 0,1µf in Reihe, dazwischen auf das aktive RIAA-Netzwerk in der Gegenkopplung, mit ca. 399kOhm Ausgangsbelastung), gefolgt vom passiv entzerrten 4xD3a (grün, dieser hat eine, mit ca. 1,6-2kOhm, sowieso schon sehr niedrige Ausgangsimpedanz). 1dB Teilung. 
 
Damals war die Ausgangsbelastung der RIAA's scheinbar noch eine andere, da sich der Frequenzgang vom Shure von damals zu heute schon leicht unterscheidet.



Weiteres Bauteil-Tuning brachte folgendes:

den 10nf (ursprünglich 9,93nf Glimmer), auf ca. 9,8nf, 9,6 und jetzt ca. 9,4nf, hebt die Höhen am Ende zwar immer weiter an, aber es kommt auch wieder zur Buckelbildung. Vom Farbspiel der Linien nicht verwirren lassen. Je höher der Buckel in den Höhen, desto kleiner der Kondensatorwert.


Ich spiel da nochmal mit dem 10kOhm, ob man damit die Mittensenke etwas verflachen kann.

Hier jetzt mit 11kOhm und unterschiedlichen "10nf". Mit ca. 9,15nf bildet sich dann langsam wieder ein Höhenbuckel. Man kann jetzt sagen, 20-20.000Hz < +/- 1dB.


Ich hab dann später noch etwas Zeit gefunden "reinzuhören". Keine besondere Aufnahme (Amiga, Simon&Garfunkel), aber der Unterschied ist deutlich hörbar. Der Shure klingt gegen den "5751" wie "eingeschlafen". Beim "5751" steckt deutlich mehr Dynamik drinnen. Er spielt "frischer", aber auch "räumlicher", einfach "musikalischer" (und jetzt stecken noch nicht einmal besonders gute Bauteile drinnen).


13.11.2024

Hab jetzt nur nochmal die Heizleitungen separat verlegt, weil der "Brumm" in der linken Röhre anders als in der rechten war. Damit sind die Geräusche jetzt zumindest gleich.

Vielleicht erhöhe ich nochmal den 100nf Koppelkondensator nach der 1. Stufe, auf 0,15µf, damit ich ein Gefühl bekomme, was der "anrichtet"?


12.11.2024

Die Schaltung wurde bis zum Eintreffen der 5751 nochmal umgebaut. Geänderte Masseführung, etwas andere Anordnung und ein paar andere Bauteile. Heute kamen dann die Röhren an. Erstmal mit den derzeit gesteckten 12AX7 von Tung-Sol gemessen (pink) und dann einfach die 5751 eingesteckt (grün).


Ich hätte jetzt rein vom Messergebnis (ohne die Arbeitspunkte zu prüfen) gesagt, man kann sie sehr wohl einfach austauschen (1dB Teilung). Obwohl die 12AX7 max. 100-fach verstärken kann und die 5751 nur 70-fach, fällt das in dieser Schaltung kaum ins Gewicht. Nicht einmal 1dB Unterschied, bei nahezu gleichem Frequenzgang. An den Enden kann man sehen, das die 5751 etwas flacher ausläuft, als die 12AX7, was vielleicht auch an einem leicht geringeren Ri der 5751 liegt, der ja mit in die RIAA-Netzwerkrechnung mit eingeht?

So einer, im Mittel, leicht "fallender" Frequenzgang (20-20.000Hz), kann man gelegentlich im WWW lesen, wird als "angenehmer" empfunden, anstatt einem lineareren, "analytischeren" (vielleicht u.a. weil viele Tonabnehmer zu höheren Frequenzen hin einen Anstieg zeigen?).

Den Höhenabfall kann man etwas weiter abflachen, wenn man den 10nf kleiner macht, wirkt sich aber auch auf den ganzen Frequenzgang aus. Den 10kOhm verkleinern, macht den Mittenbuckel nur schlimmer, hingegen eine weitere Erhöhung, z.B. auf 11kOhm, nicht recht viel besser. So geht es auch mit den anderen Widerstandswerten im Netzwerk. Nicht wirklich viel Veränderung. Den Ausgangs-C, der momentan sogar 33nf hat, auf den angegebenen Wert von 22nf reduziert, was mir den Bass wieder zu frühzeitig abfallen lässt.

Hätte mir hier eigentlich stärkere Veränderung erhofft, so wie bei all den anderen Schaltungen vorher. Seltsam! Gut, ich hab halt immer nur einen Wert verändert (meist ein Poti eingebaut, um regeln zu können) und nicht gleich mehrere gleichzeitig.

Lassen wir das Ganze erstmal etwas "sacken"!


09.11.2024

Das Problem stand wie so oft vor der Schaltung 😉. Kein Wunder, wenn man nur 4,7nf am Ausgang, anstatt min. 22nf einbaut. Nicht wirklich als sofortige Bestraffung zu sehen, der vorschnelle Kauf der 5751 Röhren, aber man hätte sie sich anfangs noch sparen können, bis es 1. Erkenntnisse gibt. Probiert hätte ich sie aber eh auf jedem Fall.

Hier der Frequenzschrieb mit 33nf (grün) und 47nf (pink), 1dB Teilung. Da muss ich aber nochmal nachmessen, weil ich mir nicht sicher bin, ob es eher umgekehrt ist und zu viel C vielleicht schon wieder "schädlich" sein könnte (wie war das nochmal: wer misst, misst Mist 😉!).

Ab 20Hz leichte Bassanhebung und ab 10kHz fallend, so das es -3dB bei 20kHz sind. Nicht unbedingt schlecht und vielleicht lässt sich ja noch mit ein paar Werten im Entzerrernetzwerk was machen. Wie schon gesagt, ist die Verstärkung mit der ECC83 höher (bereits in Stellung 2 hat man gefühlt die Lautstärke, die ich sonst bei 4 habe - Achtung, Potis haben logarithmische Kennlinien). Mal schauen wie alles mit der 5751 aussieht, bevor ich recht viel verändere. Solange kann man ja mal reinhören.

Auch die Impedanzen der "Mess"-Kette (Ausgangswiderstand des RIAA ist 1MOhm, dem der Rg von 820kOhm vom Line-Verstärker parallel liegt, was ca. 450kOhm macht) dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Später in der "Hör"-Kette könnte ich, wie schon beim Shure M65 Clone, den Ausgangswiderstand einfach weglassen, weil ja der RIAA seine Belastung vom Lautstärkeregler (500kOhm) und dem Rg der Eingangsröhre vom "ECC99"-Verstärker bekommt (abhängig von der Lautstärkestellung zwischen ca. 500 und 311kOhm). "Variabel" ist halt nicht gerade ideal, weil sie auf jeden Fall den Frequenzgang, je nach Lautstärke verändern.

Hör- und Messkette sollte sich nicht zu stark unterscheiden.

Klanglich gefällt er sehr gut und rauscht auch nicht so sehr wie die anderen ECC83 Schaltungen, die ich versucht hatte. Wahrscheinlich weil das Entzerrernetzwerk niederohmiger ist?



08.11.2024

Diesen hier mal "schnell" zusammengelötet

Quelle: https://crude.axing.se/oldriaa-amp.html

Aber wie gesagt hab ich auf die Schnelle nur ECC83 da, mit denen der Frequenzgang dann so aussieht (1dB Teilung).


Irgendwoher kenne ich diesen frühen Abfall (ab 150Hz abwärts). Genau von dem ECC808 (ECC83)/ECC88 RIAA, nach Thorsten Loesch, aber bei 40Hz ist hier gleich ganz Schluss. Nicht schön! Man kann nur hoffen, dass es mit der 5751 anders aussieht. Kurz überlegt - bestellt.

Die Verstärkung mit der ECC83 ist höher (sehe ich am Lautstärkeregler). Der Ri bei der 5751 ist bei 100 oder 250V Ua, 58kOhm, bei der ECC83 bei 100V 80kOhm und bei 250V 62,5kOhm. Der Ri geht aber in die Berechnung des RIAA-Netzwerkes mit ein.

Ein anderer Link, zu einem 5751 RIAA, ist dieser hier https://www.axing.se/crude/riaa-tweaks.html, der auch noch unterschiedliche Entzerrungen bereithält. Da muss doch was dabei sein und um die 50dB wäre schon mal mehr als der Shure M65 (ca. 42dB, 125-fach).

Ich hab da ja noch den 4xD3a-RIAA. Die D3a ist eine Pentode, die aber hier als Triode geschalten wird und ebenfalls "anständig" verstärkt und das bei niedriger Ausgangsimpedanz. Also max. 70-fache Verstärkung muss kein K.O.-Kriterium sein.


07.11.2024

Hab leider die Potis (1MOhm lin.) nur für einen Kanal da. Macht aber eh nichts, weil ein schneller Aufbau nicht funktionierte 😉. 

Hab's dann doch noch auf die Schnelle zum Laufen bekommen. Ganz nett die ganze Einstellerrei, aber einen gerade Frequenzgang bekommt man damit nicht hin 😉. Und ehrlich gesagt braucht einer der nur "aktuellere" Scheiben, ab den 70igern hört, so etwas nicht.

Jetzt wird nochmal was auf Basis der 5751, die man angeblich auch gegen eine ECC83 austauschen kann, aufgebaut. Die hat zwar nur max. 70-fache Verstärkung, aber dafür ist das RIAA-Netzwerk niederimpedanter, was weniger Verluste verspricht. Man wird sehen.


06.11.2024

Mir ist wieder eine alte Klang&Ton Zeitschrift (3/97), mit Röhren-RIAA-Vorverstärkern von Holger Stein, untergekommen. Hier wurden sowohl aktive wie passive Konzepte vorgestellt und klanglich bewertet. Am Besten soll eine 2-stufige, passive, mit ECC88 arbeitende Schaltung mit Konstantstromquellen gewesen sein. Mit Konstantstromquellen ist auch scheinbar immer etwas mehr Verstärkung erreichbar zu sein, als eine mit LED- oder Akku-Bias in der Kathode.

Schnell mal was mit Akkus in der Kathode zusammengelötet  (auch wenn hier die Arbeitspunkte nicht gestimmt haben dürften), aber wie zu erwarten, sind damit keine hohe Verstärkung möglich (hab ich dann gar auch nicht mehr gemessen, aber ich sehe es an den Lautstärkereglern). Dann kurz auch noch LED eingelötet (man soll ja nichts unversucht lassen). LED hatte vielleicht 0,5dB weniger Verstärkung als Akku-Bias, aber beide Frequenzgänge waren nahezu identisch und sogar recht gut. Zum Bass zwar wieder leicht abfallend, aber das Ganze bewegte sich innerhalb +/-0,5dB.

Dann ist mir noch ein einstellbarer RIAA von Hr. LeBong in die Finger gefallen. Im Prinzip ein Klangregler zwischen den Systemen einer ECC83 (ähnlich dem Elac PV1). Die Eingangsröhre stellt ihren Arbeitspunkt via Grid-Bias ein und das nur mit den 47kOhm die den Tonabnehmerabschluss bilden. Der Ausgang sollte dann schon mit min. 500kOhm belastet werden.

Denke den versuch ich als nächstes.


03.11.2024

Hab mal unterschiedliche 6N2P eingesteckt und geschaut, ob sich etwas an der Verstärkung oder Bassverhalten ändert.


Bis auf einen Ausreißer, haben alle eigentlich annähernd die gleiche Verstärkung, aber im Bassverhalten ändert sich nicht viel.



02.11.2024

Ich konnte den mittleren bis hohen Frequenzbereich, mit leicht anderen Kondensatorwerten, etwas linearisieren, aber den Bassbereich nicht viel weiter erhöhen, für den Preis eines geringen Pegelverlustes. 

Für den Bassbereich soll eigentlich der 215kOhm Widerstand am Eingang des RIAA-Netzwerkes zuständig sein, den man bis zu 270kOhm erhöhen kann (dadurch fällt aber auch die max. Verstärkung weiter ab (mit "guten" Röhren, bei 270kOhm nur noch ca. 90-fach), was aber seltsamerweise kaum etwas brachte (bis eben auf den Pegelabfall). Ich bilde mir ein, früher schon einmal an diesem Wert "gespielt" zu haben, was, glaub ich, schon etwas brachte. Seltsam!

Bei 20Hz sind es momentan schon ca. -4dB, bei 20kHz ca. -1dB. Anfangs hatte ich nur 3,3MOhm Gitterableitwiderstand an der ECC88 (weil ich früher, mit 10MOhm, seltsame Knackgeräusche hatte). Eine Erhöhung auf 5,5MOhm bringt "vielleicht" etwas mehr Bass, der auch etwas später abfällt, aber selbst wenn ich auf 10MOhm gehen würde, denke ich, würde es das Defizit im Bass nicht ausgleichen können.

Pink=3,3MOhm Rg, grau=5,5MOhm Rg

Mal schauen ob ich noch drauf komme, was die Ursache für den abfallende Bass ist?


01.11.2024

Hab der Schaltung jetzt noch ein paar "bessere" Bauteile verpasst, u.a. russische Ölpapierkondensatoren im Ausgang, Glimmerkondensatoren und MKP 1813 in der Schaltung und ein paar Kohle-Masse-Widerstände ala Alan Bradley. Ob es klanglich was bringt wird sich zeigen. Frequenzgang messen steht auch noch aus. Verstärkung ist lt. Oszi, mit einer Last von 470kOhm, ca. 90-fach. 125-fach (42dB) soll sie haben und ich hab schon unterschiedliche Röhren gesteckt, um überhaupt 90 hinzubekommen. Spannungserhöhung ändert nichts an der Verstärkung. Das reicht zwar bei 4mVeff am Eingang für ca. 360mVeff am Ausgang, was auch für den "ECC99-Verstärker" zur Aussteuerung reicht, könnte aber, so wie beim Shure und RCA, mit ca. 125-fach, auch etwas mehr sein, für etwas Reserve.

Frequenzgang ist jetzt noch nicht so dolle. Ab 100Hz fällt er deutlich ab, obwohl ich schon einen 270k vor dem RIAA-Netzwerk habe. Mal schauen welche Teile für die einzelnen Eckfrequenzen zuständig sind und ob man daran noch was drehen kann?


31.10.2024

Auch mit der höheren Spannung (230V), bleibt das Rauschen unter dem des RCA-Clones, was mich wundert, weil die gleiche Röhre am Eingang verwendet wird. Eine Art leichtes Brummen kann man zwar voll aufgedreht hören, bin mir aber nicht sicher ob es 50Hz sind.

Weitere Spannungsoptimierungen wurde gemacht, so das ich jetzt ca. 250V habe. Ein bisschen gelauscht hab ich auch schon, aber da muss ich mir noch etwas Zeit nehmen, um es abschließend zu beurteilen.


30.10.2024

Da der Vergleich des Shure M65 und des RCA 7025, zum Nachteil des RCA ausfiel, hab ich jetzt nochmal den ECC83/ECC88 RIAA, den Thorsten Loesch angeblich aus der RCA-Schaltung entwickelt hat, aufgebaut. Ist bestimmt jetzt schon das 4. oder 5. Mal. Anfängliche Schaltungen hab ich entweder gar nicht vom Frequenzgang her gemessen oder mit einer so groben Einteilung (10dB?), das man den frühen und relativ starken Bassabfall nicht sehen konnte.

Geht ja mittlerweile recht schnell, der ein Umbau. Das Grundgerüst ist immer das Gleiche (2 Röhren (-sockel) für einen Stereo-RIAA). Hier finden die russischen 6N2P ("ECC83", nur andere Heizung) und die 6N23P (ECC88, 6922, etc.) Verwendung.

Ging schon wieder in Betrieb, aber anfangs noch mit zu geringer Versorgungsspannung und falscher Drossel im Netzteil. Hier fließen jetzt ca. 30mA in die Schaltung anstatt ca. 4mA (Shure M65 Clone und RCA 7025 Clone). Musik kam zwar trotzt geringerer Spannung schon raus und auch Rauschen und Brummen war kaum hörbar, aber auch die Ausgangsspannung scheint kleiner zu sein, weil leiser mit ähnlicher Lautstärkestellung. 

Nach Drosseltausch und weitere Spannungserhöhung durch 1. Kondensator nach Gleichrichterröhre, sind es schon ca. 230V. Benötigt werden 250V, aber das bekommt man noch mit einem größeren, 1. Kondensator, nach der Gleichrichterröhre, hin (momentan 2,2µf). Rauschen/Brummen und Klang hab ich damit aber noch nicht geprüft.